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        <title>Posts on aporem.net</title>
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        <description>Recent content in Posts on aporem.net</description>
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        <lastBuildDate>Tue, 24 Nov 2020 00:00:00 +0000</lastBuildDate>
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            <title>Kostenlose Filialabholung</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/11/kostenlose-filialabholung/</link>
            <pubDate>Tue, 24 Nov 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/11/kostenlose-filialabholung/</guid>
            <description>Einkäufe online zu erledigen ist ja viel bequemer. Zumindest im ersten Teil des Prozesses. Insbesondere bei nicht verderblicher Ware hat man die gesamte Palette aller Hersteller zur Auswahl und kann nach Herzenslust die technischen Spezifikationen, die Werbevideos, die Produkttests, die mehr oder weniger authentischen Rezensionen konsumieren, was zumindest bei mir meist schon die Lust auf das Desiderat vergehen lässt. Wenn ich mich aber dann doch zu einem Kauf durchringe, beginnen die Probleme.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Einkäufe online zu erledigen ist ja viel bequemer. Zumindest im ersten Teil des
Prozesses. Insbesondere bei nicht verderblicher Ware hat man die gesamte Palette
aller Hersteller zur Auswahl und kann nach Herzenslust die technischen
Spezifikationen, die Werbevideos, die Produkttests, die mehr oder weniger
authentischen Rezensionen konsumieren, was zumindest bei mir meist schon die
Lust auf das Desiderat vergehen lässt. Wenn ich mich aber dann doch zu einem
Kauf durchringe, beginnen die Probleme.</p>
<p>Jeder kennt das Leid vergessener Benutzerzugänge, abgelaufener Zahlungsmittel,
aufgekaufter Anbieter, die die eigenen Kunden leugnen wollen und dergleichen.
Trifft das nicht zu, und man kann tatsächlich den Warenkorb mit Artikeln
befüllen und schreitet zur virtuellen Kasse, ist der Kunde plötzlich kein König
mehr. Hier muss der Online-Handel noch von seinem realen Konterpart lernen,
zuerst das Geld zu nehmen und dann die Leistung einzustellen, nicht umgekehrt.</p>
<p>Die Auswahl eines Lieferdienstes, den man vertraut, wäre den Meisten sicher
etwas wert, spätestens nach der zweiten Episode, dass der Bote den Aufkleber mit
dem Hinweis <em>fragil</em> als Akronym für <em>f</em>ällt <em>r</em>egelmäßig <em>a</em>uf <em>G</em>ranit <em>i</em>n
der <em>L</em>ieferung interpretiert. Oder dem vielzitierten Abholort im
Logistikzentrum, das sich verkehrsgünstig zwischen Jedletzberergstraße und
Flughafen befindet.</p>
<p>Das weckt mein ökonomisches Interesse und ich versuche, mir einen fairen Preis
dazu zu überlegen. Basierend auf den Wert meiner Zeit und den Mühen und
Erniedrigungen, die ich bei Abholung erleiden muss, wäre eine Lieferung durch
auf Rosenblüten schreitende Vestalinnen durchaus angebracht. Andererseits wäre
eine einfache monetäre Zusatzmotivation für den Kurier bei erfolgreicher
Ausübung seiner Aufgabe deutlich günstiger. Irgendwo dazwischen wird sich der
Betrag für eine Zustellung schon befinden. Nach dieser Erkenntnis reserviere ich
gleich einen Flug nach Stockholm nächsten Dezember.</p>
<p>Nachdem der Kapitalist in mir nun geweckt ist, überlege ich, wie man das Angebot
ausweiten könnte. Zum Beispiel um eine günstigere Variante, bei der Kunde sich
selbst um den Transport der Ware kümmert? Etwa sogar ab dem Ausstellungsort? Das
ist eine bahnbrechende Idee. Ich nenne sie <em>kostenlose Filialabholung</em> und lasse
mir die Idee patentieren!</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Der ergonomische Arbeitsplatz</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/11/der-ergonomische-arbeitsplatz/</link>
            <pubDate>Mon, 23 Nov 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/11/der-ergonomische-arbeitsplatz/</guid>
            <description>Letzte Woche ist mir mein fortschreitendes Alter schmerzlich bewusst geworden. Nein, nicht ein graues Haar mehr an einer sensiblen Stelle, sondern ganz unsichtbar ein leichtes Zwicken im Rücken, dass sich im Wochenverlauf zu einem veritablen Stechen weiterentwickelt hat. Und ich war dabei am Weg rückwärts durch die Evolution vom aufrechten Ganz weg zu einem Auftreten, dass nur Esmeralda gefallen kann.
Diese Woche soll alles anders werden und ich habe mir einen Plan bereit gelegt.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Letzte Woche ist mir mein fortschreitendes Alter schmerzlich bewusst geworden.
Nein, nicht ein graues Haar mehr an einer sensiblen Stelle, sondern ganz
unsichtbar ein leichtes Zwicken im Rücken, dass sich im Wochenverlauf zu einem
veritablen Stechen weiterentwickelt hat. Und ich war dabei am Weg rückwärts
durch die Evolution vom aufrechten Ganz weg zu einem Auftreten, dass nur
Esmeralda gefallen kann.</p>
<p>Diese Woche soll alles anders werden und ich habe mir einen Plan bereit gelegt.
Zunächst werden Tisch und Bürodrehstuhl korrekt eingestellt. Das erlaubt einen
angenehmen Start in den Tag. Nach ein, zwei Stunden tausche ich dann den Sessel
gegen einen Sitzball. Mehr Bewegung für Körper und Geist! Jedoch schon nach
kurzer Zeit wird das ständige Wippen ermüdend und ich werde leicht seekrank. Die
nächste Stufe wird vorgezogen. Das Arbeiten im Stehen ist ja der letzte Schrei,
Tische, die elektrisch die Höhe verstellen können, sind schon seit Wochen sehr
schwer zu bekommen. Aber was ist einem schon die eigene Gesundheit wert? Also
ein Stehtisch. Langes Stehen ohne die richtige Unterlage ist aber ebenfalls
nicht gesund und es muss also eine spezielle Matte untergelegt werden. Diese
erlaubt ein ermüdungsfreies Posieren in den Videokonferenzen. Trotz der
Unterlage macht es mir aber wenig Spass und ich wechsle zum ultimativen Setup in
Sachen ergonomischer Produktivität. Nämlich einem Walking-Desk. Diese neuartige
Apparatur ist normalerweise die Verschmelzung eines Laufbands mit der
Arbeitsplatte. Da ich jedoch die Höhe meines Altbaus nutze, habe ich mich für
eine Variante mit einem StairClimber entschieden. Kaum 45 Stockwerke und drei
E-Mails später war es aber glücklicher Weise schon Zeit für das Mittagessen.</p>
<p>Gleich nach der Mahlzeit fiel mir aber ohne großen Aufwand die Lösung all meiner
ergonomischen Schwierigkeiten ein. Oder genau gesagt, ich darauf. Die Couch egal
ob mit rundem Rücken oder gerade, mit gefülltem Bauch und leerer To-Do Liste
findet man auf dem Sofa am allerbesten zur inneren Balance!</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Werkschau</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/11/werkschau/</link>
            <pubDate>Fri, 20 Nov 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/11/werkschau/</guid>
            <description>Heute habe ich ein Meisterstück bekommen und veranstalte dazu eine Vernissage. Den Katalogtext dazu habe ich schon fertig:
Künstler: Bernd das B., Mitglied des Künstlerkollektivs KiKa, ca. 2003
Material: Raufasertapete auf Mauer
Das in Zusammenarbeit mit lokal ansässigen Handwerkern aus billigem Baumaterial errichtete Werk über den Denker der freien Verausgabung und Kritiker der Nützlichkeit steht den Anwohnern zur Schau – ein Experiment zwischen Erfolg und Scheitern, das mit seinen verschiedenen Problematiken den noch immer schwierigen Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und den sogenannten „kunstfernen Bevölkerungsschichten“ offenlegt.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Heute habe ich ein Meisterstück bekommen und veranstalte dazu eine Vernissage.
Den Katalogtext dazu habe ich schon fertig:</p>
<p>Künstler: Bernd das B., Mitglied des Künstlerkollektivs KiKa, ca. 2003<br>
Material: Raufasertapete auf Mauer</p>
<p><em>Das in Zusammenarbeit mit lokal ansässigen Handwerkern aus billigem Baumaterial
errichtete Werk über den Denker der freien Verausgabung und Kritiker der
Nützlichkeit steht den Anwohnern zur Schau – ein Experiment zwischen
Erfolg und Scheitern, das mit seinen verschiedenen Problematiken den noch immer
schwierigen Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und den sogenannten
„kunstfernen Bevölkerungsschichten“ offenlegt.</em></p>
<p><em>Anders als das Vorgängerwerk beharrt das aktuelle aber wieder auf der
gesellschaftspolitischen Verantwortung der Kunst; statt auf ästhetischer
Autonomie besteht der Künstler in vielen Aspekten der präsentierten Arbeit
dezidiert auf einer „funktionalen Einbindung der Kunst“.</em></p>
<p><em>Das Verdienst des Künstlers ist es, die Frage nach der politischen Qualität der
Kunst nicht mehr vorrangig in Denkmodellen der Moderne, sondern in solchen der
Postmoderne zu stellen. Proklamiert wird der Verlust der Utopie im
fortgeschrittenen Kapitalismus und gleichzeitig wird die Auflösung eines
hierarchischen Stil- und Formenkanons in der Kunst betont.  Eklektizismus ist
das Gebot der Stunde, ein „à tout-va“ scheint seit dem Ende des 20.
Jahrhunderts möglich zu sein.
Beides, der Verlust der Utopie und formaler Eklektizismus, führt zum Ende des
Konzepts des einen Großen Narrativs, oder, wie im Katalog formuliert wird, zur
Aufgabe des „Glaubens an thematische Enzyklopädien, in denen eine Theorie alle
Welträtsel auf einmal löst“.</em></p>
<p><em>Für dieses zweite Werk bedeutete diese postmoderne Vorstellung zum einen eine
inhaltliche Ausrichtung, in deren Fokus vor allem die Auseinandersetzung mit
Kanonisierungssystemen und Methoden der Semantik eine zentrale Rolle spielt. Zum
anderen werden in formaler Hinsicht immer wieder die Wechselbeziehungen von
Architektur, Design und Kunst untersucht. So verwundert es nicht, dass die
Malerei auf dieser Fläche eine deutliche geringeren Einfluss erhält als zuvor
und stattdessen Schatten, Grau- und Weißtöne im Vordergrund stehen.</em></p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Sus scrofa oder wild Schwein gehabt</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/11/sus-scrofa-oder-wild-schwein-gehabt/</link>
            <pubDate>Thu, 19 Nov 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/11/sus-scrofa-oder-wild-schwein-gehabt/</guid>
            <description>Ein Spaziergang hilft, nicht nur sich, sondern auch seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Da es unter den herrschenden Beschränkungen jedoch nicht verboten ist, sind noch viel mehr Menschen auf den Beinen und treten sich in den bekannten Gärten auf die Füße statt sich selbige zu vertreten. Da lag es nahe das Weite zu suchen und einen Ort zu finden, der stadtwärts leicht zu erreichen aber dennoch abgeschieden genug lag, um ein Gefühl der Einsamkeit zu bekommen.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Ein Spaziergang hilft, nicht nur sich, sondern auch seinen Gedanken freien Lauf
zu lassen. Da es unter den herrschenden Beschränkungen jedoch nicht verboten
ist, sind noch viel mehr Menschen auf den Beinen und treten sich in den
bekannten Gärten auf die Füße statt sich selbige zu vertreten. Da lag es nahe
das Weite zu suchen und einen Ort zu finden, der stadtwärts leicht zu erreichen
aber dennoch abgeschieden genug lag, um ein Gefühl der Einsamkeit zu bekommen.</p>
<p>Die Wahl fiel unter den gegebenen Kriterien leicht und so machte ich mich,
bewaffnet mit Zigarre und einem Buch unter den Arm geklemmt, auf in den Lainzer
Tiergarten. Gerade die Tatsache, dass dieser im Winter gesperrt ist, macht es zu
einem idealen Besuchsziel. An einer nicht näher bezeichneten Stelle bin ich über
den Zaun und kaum auf der anderen Seite, schon fühlte ich die Entspannung durch
meine Glieder strömen.</p>
<p>Dem Drang nach Relaxation endgültig verfallen, bin ich gleich zu einem
lauschigen Plätzchen und habe mich meiner Lektüre gewidmet. Ganz in die Seiten
vertieft, ist mir dann auch nicht weiter aufgefallen, als die lokale Fauna mich
bemerkt und wohl in Erwartung von kalorischen Zuwendungen näher gerückt ist. Ich
erspare mir an dieser Stelle Analogien zu Ereignissen, als ich von Säuen umringt
war, denn ganz so trivial darf man so eine Situation nicht nehmen.</p>
<p>Dem Wildschwein geht es nur um sich, für Rücksicht ist das Tier ja nicht
bekannt. Da die Rotte mich schon umzingelt hatte, war an einen Rückzug nicht
mehr zu denken. Auch ein Ausharren wäre eine Nerven zerreißende Geduldsprobe
geworden. In der Situation absoluter Hilflosigkeit erinnerte ich mich aber der
alten militärischen Maxime, die eigene Schwäche zu nutzen, da der Gegner damit
schlicht nicht rechnet.</p>
<p>Zum Glück hatte mein Handy Empfang und ich konnte an ein thematisch passendes
Werk von Jaques Derrida gelangen, das ich den Tieren, selbstverständlich im
Original, vortrug. Der Effekt der Tierphilosophie (oder meines gebrochenen
Französisch) war so intensiv, dass sich die Familie schon nach dem ersten
Kapitel verzog. Bis auf einen Überläufer, das als wehrloses Exemplar
existenzieller Angst umgekippt war. Diese nahm ich dann, einem Gallier gleich,
mit zur Dekonstruktion nach Hause. Und so endet auch diese Geschichte mit einem
Bankett und <em>sanglier rôti</em>.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Bauvorhaben</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/11/bauvorhaben/</link>
            <pubDate>Wed, 18 Nov 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/11/bauvorhaben/</guid>
            <description>Im Herzen der Stadt zu wohnen, bedeutet, werktags von Baulärm geweckt zu werden. Selbst wenn man in einem älteren Stadtteil wohnt. Ständig scheint es Bedarf an Aus- und Umbauten zu geben. Ich bin nicht ganz unglücklich darüber, da ich nicht gerne sehen würde, wie mein Viertel wie in Aspik eingelegt eine Stasis in vermeintlicher Perfektion erfährt. Aktuell bleibt die gewohnte Geräuschkulisse aus, sehr zum Leidwesen meines Tag-Nacht-Rhythmus&amp;rsquo;.
Also habe ich begonnen, selbst tätig zu werden.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Im Herzen der Stadt zu wohnen, bedeutet, werktags von Baulärm geweckt zu werden.
Selbst wenn man in einem älteren Stadtteil wohnt. Ständig scheint es Bedarf an
Aus- und Umbauten zu geben. Ich bin nicht ganz unglücklich darüber, da ich nicht
gerne sehen würde, wie mein Viertel wie in Aspik eingelegt eine Stasis in
vermeintlicher Perfektion erfährt. Aktuell bleibt die gewohnte Geräuschkulisse
aus, sehr zum Leidwesen meines Tag-Nacht-Rhythmus&rsquo;.</p>
<p>Also habe ich begonnen, selbst tätig zu werden. Neben der Büroarbeit ist die
physische Betätigung ein exzellenter Ausgleich. Sicher, die Bau- und
Arbeitszeiten müssen geplant werden, da gerade bei etwas langatmigen
Videokonferenzen eine Unterbrechung durch Hämmern, Flexen und Bohren für
Auflockerung sorgen kann. Oder zumindest einen guten Grund, sich davon zu
machen. Dabei sollte man jedoch darauf achten, das Werkzeug außerhalb der Kamera
zu lagern, manche Teilnehmer reagieren sonst ungehalten.</p>
<p>Mit etwas Geschick lässt sich die Geräuschquelle auch so gestalten, dass sie
sich nicht eindeutig lokalisieren lässt, was insbesondere dann nützlich ist,
wenn die irritierten Nachbarn vor der Tür stehen und nach dem Bautrupp fragen,
der sich offensichtlich im Wohnzimmer befinden muss. Ein wenig tut es mir schon
Leid für den älteren Herren in der Nachbarschaft, den jetzt alle für schuldig
halten, aber er hätte die Palette Ziegel, die ich bestellt habe, auch nicht
annehmen und im Vorzimmer lagern sollen.</p>
<p>Abgesehen von der angespannten Stimmung in der Nachbarschaft laufen die
Bauarbeiten aber hervorragend. So konnte ich die Wand zur Nachbarwohnung an
allen vier Seiten durchtrennen und mithilfe eines Hydraulikstempels Stück für
Stück verschieben. Über die letzten Tage habe ich so schon ein ganzes Fenster
dazu gewonnen. Mich überrascht, auf wie wenig Widerstand ich bei der Aktion
gestoßen bin. Vielleicht liegt es auch an der stillschweigenden Komplizenschaft
der nachbarlichen Hausfrau, die ihrem Mann schon seit eh und je vorwirft, zu
viele Sachen in seinem Arbeitszimmer zu lagern.</p>
<p>Die Expansion in diese Richtung hat so seine Grenzen, viel mehr als ein extra
Zimmer für einen Pool-Tisch brauche ich auch nicht. Das nächste Projekt wird
sich in eine andere Richtung wenden, da ich überlege, den Innenhof in einen
Wintergarten zu verwandeln. Gerade in der dunklen Jahreszeit werden sich die
Nachbarn leichter daran gewöhnen, wenn ich ihre Fenster zum Hof zumaure, damit
ich die mir zustehende Privatheit wahren kann.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Letzte Besorgungen</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/11/letzte-besorgungen/</link>
            <pubDate>Tue, 17 Nov 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/11/letzte-besorgungen/</guid>
            <description>Schon Samstag Nachmittag fühlte ich die Vorfreude, bald wieder mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen zu können. Frische Luft wird bekanntlich überbewertet. Nun will ein längerer Aufenthalt zu Hause ja gut vorbereitet sein, und ich fand mich gestern in der Situation, einige Erledigungen nicht weiter aufschieben zu können. Es folgt der Bericht über den Konsumrausch extraordinaire:
 Für den Erfolg in Videokonferenzen ist der Look ganz besonders wichtig. In Zeiten von virtuellen Hintergründen ist Ordnung zu halten zwar nicht notwendig, aber noch muss man den Vordergrund (also sich selbst) besonders herausputzen.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Schon Samstag Nachmittag fühlte ich die Vorfreude, bald wieder mehr Zeit in den
eigenen vier Wänden verbringen zu können. Frische Luft wird bekanntlich
überbewertet. Nun will ein längerer Aufenthalt zu Hause ja gut vorbereitet sein,
und ich fand mich gestern in der Situation, einige Erledigungen nicht weiter
aufschieben zu können. Es folgt der Bericht über den Konsumrausch
<em>extraordinaire:</em></p>
<ul>
<li>Für den Erfolg in Videokonferenzen ist der Look ganz besonders wichtig. In
Zeiten von virtuellen Hintergründen ist Ordnung zu halten zwar nicht
notwendig, aber noch muss man den Vordergrund (also sich selbst) besonders
herausputzen. Je nach Anlass des Meetings sind also Hemd, Krawatte und Sakko
oder T-Shirt (mit thematisch passendem Slogan) und Hoodie gefragt. Das alles
nenne ich schon mein Eigen, gesucht habe ich nach einer besonders warmen
Pyjamahose. Das letzte Exemplar wurde mir am Wühltisch aus den Händen
gerissen und so bin ich auf das Kostüm der zornigsten Ente der Welt
beschränkt.</li>
<li>Auch beim weiteren Outfit hatte ich nicht viel mehr Glück. Wer ein geübter
Begeher der heimischen Wohnlandschaft ist, hat einen ordentlichen Verbrauch
an Fußbekleidung. Diese muss in regelmäßigen Abständen erneuert werden, man
will ja nicht den Halt verlieren zwischen Küche und Couch. Der Besuch im
Laden hat sich dann als manisches Erlebnis erwiesen. Alles war weg, ob
Schlapfen, Puschen oder Pantoffeln! So bin ich trotz Niederlage mit
erhobenem Haupt und einem leichten Hohlkreuz in 12cm Absätzen unverrichteter
Dinge von Dannen gezogen. In der Hitze des Gefechts hat nämlich jemand meine
Schuhe mitgenommen.</li>
<li>Für ein gemütliches Ambiente ist eine stimmungsvolle Beleuchtung unerlässlich.
Daher standen ein paar Kerzen auf meiner Einkaufsliste. Der Weg nach
Schweden war zu weit, jedenfalls zu beschwerlich, da die Schlange schon vor
der Oper zu beginnen schien. Meine Wahl fiel, halb aus Not und halb aus
Verzweiflung, auf ein Geschäft mit parfümierten Waren. Der olfaktorische
Schock beim Betreten des Lokals war jedoch so groß, dass ich kurzerhand
umdrehte. Am ganzen Heimweg tränten die Augen noch sehr und ich übersah das
Elektro-Geschäft in dem ich eigentlich noch neue Glühbirnen besorgen wollte.
Damit habe ich das Ziel über Umwege erreicht, in einem Zimmer ist es nun
stimmungsvoll wenig beleuchtet und im anderen flackert das Licht noch
schwach.</li>
</ul>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 46 -- Papillon</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-46-papillon/</link>
            <pubDate>Thu, 30 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-46-papillon/</guid>
            <description>Auch wenn man über solche Dinge normalerweise nicht spricht, kann nicht nicht anders, als es auszusprechen. Es ist die letzte Nachricht, die ich von hier schreiben werde. Die Flucht ist nämlich schon geplant, das Datum steht auch schon fest. Morgen geht es los und mit ein wenig Glück kann ich die Fesseln abstreifen und in die Freiheit entkommen.
Natürlich ist das Leben zu Hause kein Vergleich zu Bagne de Cayenne, außer vielleicht der Tatsache, dass mein Bildschirmhintergrund Orte zeigt, die zwar pittoresk, aber unerreichbar sind.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Auch wenn man über solche Dinge normalerweise nicht spricht, kann nicht nicht
anders, als es auszusprechen. Es ist die letzte Nachricht, die ich von hier
schreiben werde. Die Flucht ist nämlich schon geplant, das Datum steht auch
schon fest. Morgen geht es los und mit ein wenig Glück kann ich die Fesseln
abstreifen und in die Freiheit entkommen.</p>
<p>Natürlich ist das Leben zu Hause kein Vergleich zu Bagne de Cayenne, außer
vielleicht der Tatsache, dass mein Bildschirmhintergrund Orte zeigt, die zwar
pittoresk, aber unerreichbar sind. Und ich rede nicht von Sandstränden auf
tropischen Inseln, spektakulären Berggipfeln oder pulsierenden Metropolen,
sondern bloß vom Park nebenan. Keinen Tag länger halte ich das aus, ich muss
hier entfliehen.</p>
<p>Das Ende der Isolation ist nahe, was auch allerhöchste Zeit ist, da ich meinen
Kollegen Louis Dega nicht mehr ausstehen kann. Zugegeben, er ist imaginär und
keine große Hilfe in der Planung der Flucht, aber ich kann es kaum erwarten, ihn
zurück zu lassen.</p>
<p>Der Plan ist einfach, ich habe die entscheidende Schwachstelle identifiziert.
Jede siebte Straßenbahn, die von mir zum Stadtrand führt, ist leer. Das habe ich
nun über die letzten Wochen beobachtet. Daher werde ich meine Sachen packen und
morgen in aller Früh aufbrechen.</p>
<p>Wünscht mir Glück!</p>
<p>&mdash; Henri Charrière</p>
<h1 id="fin">Fin</h1>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 45 -- Essen auf Rädern</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-45-essen-auf-r%C3%A4dern/</link>
            <pubDate>Wed, 29 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-45-essen-auf-r%C3%A4dern/</guid>
            <description>Meine Ernährung ist zu Hause zwar deutlich besser aber auf Dauer auch einseitiger geworden. Für mich alleine koche ich keine sechs Gänge, und was ich an Hauptgerichten in kleinen Portionen zubereiten kann, habe ich mittlerweile schon durch Wiederholung perfektioniert. Wie soll ich daher weitermachen? Ich sammle keine Kochbücher, da mir meist die richtigen Zutaten zum richtigen Gericht fehlen. Und wieso soll ich mich dann quälen mit Bildern von Gerichten, die ich nicht nach Gusto machen kann?</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Meine Ernährung ist zu Hause zwar deutlich besser aber auf Dauer auch
einseitiger geworden. Für mich alleine koche ich keine sechs Gänge, und was ich
an Hauptgerichten in kleinen Portionen zubereiten kann, habe ich mittlerweile
schon durch Wiederholung perfektioniert. Wie soll ich daher weitermachen? Ich
sammle keine Kochbücher, da mir meist die richtigen Zutaten zum richtigen
Gericht fehlen. Und wieso soll ich mich dann quälen mit Bildern von Gerichten,
die ich nicht nach Gusto machen kann?</p>
<p>Für mich bleibt als Ausweg daher nur der Lieferservice. Derzeit bietet ja fast
jedes Restaurant das an. Die Wartezeit ist zwar eine Geduldsprobe, dafür wird
man aber ohne Mühen mit Kalorien versorgt. Auf Feinheiten wie Dresscode
braucht man ebenfalls keine Rücksicht zu nehmen. Und bei der entsprechender
Ausstattung ist durch das Home-Entertainment-System auch für Unterhaltung beim
Verzehr gesorgt.</p>
<p>Und so finden portugiesisches Spanferkel aus einem kleinen Lokal am Ufer des
Tejo genauso zu mir wie zu pressende Enten wahlweise von der Spree oder der
Themse. Wenn es leichter sein soll, dann bestelle ich eben molekulare Finessen
aus Katalonien. Interessanter Weise haben gerade die Blinis die kürzeste
Anreise. Da habe ich nämlich eine authentische Quelle in meiner Nachbarschaft
aufgetan. Den passenden Störrogen habe ich in Konserven auf Vorrat.</p>
<p>Dieses Schreiben hat mich richtig hungrig gemacht. Ich gehe jetzt kurz hinunter
und hole mir vom Schachtelwirt etwas. Mahlzeit!</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 44 -- Business Writing</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-44-business-writing/</link>
            <pubDate>Tue, 28 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-44-business-writing/</guid>
            <description>Stille Stunden am Arbeitsplatz zu Hause eigenen sich besonders gut, um zur Feder zu greifen und längst überfällige Schriften zu verfassen. Das Wissen soll weder verloren gehen noch ungenutzt bleiben. Zur Verbesserung des Ergebnisses und Zugunsten einer klareren Kommunikation hier eine Checkliste:
  Eine ausführliche Einleitung Nichts erfreut den Leser mehr, als voll Spannung durch all die Irrwege geschickt zu werden, die der Autor bei der Ideenfindung selbst genommen hat.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Stille Stunden am Arbeitsplatz zu Hause eigenen sich besonders gut, um zur Feder
zu greifen und längst überfällige Schriften zu verfassen. Das Wissen soll weder
verloren gehen noch ungenutzt bleiben. Zur Verbesserung des Ergebnisses und
Zugunsten einer klareren Kommunikation hier eine Checkliste:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Eine ausführliche Einleitung</strong> Nichts erfreut den Leser mehr, als voll
Spannung durch all die Irrwege geschickt zu werden, die der Autor bei der
Ideenfindung selbst genommen hat.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Ein Plan für den Leser</strong> Ein Storyboard hilft dabei, die epischen Ausmaße
des Textes bzw. der Präsentation beeindruckend darzustellen. Schließlich hat
man sich nicht umsonst die Mühe gemacht, mehr Organisationseinheiten zu
erwähnen, als es in Krieg und Frieden Charaktere gibt, ohne das dem Publikum
auch vorab zu zeigen.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Querverweise</strong> Verweise auf zukünftige Erklärungen sind wichtig, um der
Leserschaft zu vermitteln, dass man mehr weiß als sie. Wer glänzt nicht gerne
mit brillanten Ankündigungen von Erkenntnissen, die erst kommen?</p>
</li>
<li>
<p><strong>Nebenergebnisse</strong> Kein Ergebnis kann so unbedeutend sein, um nicht Erwähnung
zu finden. Vielleicht ist ja etwas dabei, das in Zukunft mal nützlich sein
könnte.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Das richtige Zitieren</strong> Die leichteste Arbeit ist die, die andere erledigt
haben. Und wenn man nicht erwähnt, wer die Anderen sind, kann auch kein
falscher Eindruck entstehen.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Fußnoten</strong> Wenn nicht der gesamte Inhalt auf die Seite passt, auf die der
Text soll, kann man einfach die Schriftgröße verkleinern. Am unauffälligsten
ist es, wenn man Fußnoten dafür verwendet. Außerdem wirkt man als Autor umso
intellektueller.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Finale Überarbeitungen</strong> Anstatt Zeit mit dem Feinschliff zu vertrödeln,
kann man stattdessen schon am nächsten Opus arbeiten.</p>
</li>
</ul>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 43 -- Leichen im Keller</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-43-leichen-im-keller/</link>
            <pubDate>Mon, 27 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-43-leichen-im-keller/</guid>
            <description>Ich muss gestehen, ich habe Angst in meinen Keller zu gehen. Nicht vor der Unordnung im Kellerabteil, sondern vor der doch etwas gruseligen Atmosphäre. Und das, obwohl der Keller nicht ganz unterirdisch ist und es sogar ein Fenster gibt. Es ist, als ob die Dunkelheit besonders finster ist in dem Ende des Ganges, wo sich mein Abteil befindet. Ich mag dabei die Vorstellung, dass es dafür eine Erklärung mit wissenschaftlichem Hintergrund gibt.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Ich muss gestehen, ich habe Angst in meinen Keller zu gehen. Nicht vor der
Unordnung im Kellerabteil, sondern vor der doch etwas gruseligen Atmosphäre. Und
das, obwohl der Keller nicht ganz unterirdisch ist und es sogar ein Fenster
gibt. Es ist, als ob die Dunkelheit besonders finster ist in dem Ende des
Ganges, wo sich mein Abteil befindet. Ich mag dabei die Vorstellung, dass es
dafür eine Erklärung mit wissenschaftlichem Hintergrund gibt. Es war ein
Kohlekeller, in dem sich über Jahrzehnte ein feiner Staub abgesetzt hat. Die
feinen Partikel fangen wie Kohlestoffnanoröhren das Licht ein und schicken es
immer tiefer ins Material, bis es kein Entkommen mehr gibt. Einmal gefangen,
gibt es kein Entkommen mehr und man ist mit all dem anderen, was ebenso hinein
gesogen wurde, gefangen.</p>
<p>Diese Hoffnungslosigkeit lässt mich erschaudern. Die Parallele zu tatsächlich
von mir genutzten Stauräumen ist unheimlich, aber treffend. Der Pavor, mit nicht
gebrauchten Sachen gefangen zu sein, lastet besonders im Frühling auf meiner
Seele. Untätig der Phobie entgegen zu treten, kommt aber nicht in Frage. Daher
habe ich mich gerüstet und bin dem Feind tapfer entgegen getreten: Kasten auf,
den Inhalt herausholen und sicherstellen, dass auch wirklich alles ausgeräumt
wurde. Hier ist Sorgfalt oberstes Gebot, da sich sonst die Finsternis nicht
vertreiben lässt. Lasse ich nur eine Stelle unbedacht, beginnt der obskure
Prozess der Verdunkelung dort sofort von Neuem.</p>
<p>Einmal ans Licht gebracht, gilt es, mich durch die unzähligen Schichten zu
arbeiten. Sorgsam trage ich Stratum für Stratum ab und führe die Objekte ihrer
Bestimmung zu. Das Meiste sind schnöde Rechnungen, die einen Einblick in längst
vergangene Zeiten ermöglichen. Der Archäologe in mir ist interessiert; der
Statistiker hätte gerne ein paar Gehilfen, die die Daten erfassen für eine
ordentliche Auswertung. Einige der Fundstücke sind jedoch interessant, sie
reichen in die Zeit vor der Besiedelung meiner Wohnung zurück. Je weiter ich
mich vorarbeite, desto mehr gewinne ich den Eindruck, dass am Boden der Stapels
sich eine originale Ausgabe der Illias befindet. Bei der Tiefe wäre das keine
Sensation mehr für mich.</p>
<p>&mdash; Heinrich Schliemann</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 40 -- Gartenarbeiten</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-40-gartenarbeiten/</link>
            <pubDate>Fri, 24 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-40-gartenarbeiten/</guid>
            <description>Der Frühling ist im voller Blüte und an diesem Wochenende habe ich mir vorgenommen, die längst fälligen Gartenarbeiten zu erledigen. Der Rasen gehört dringend getrimmt, die Bäume zurecht geschnitten, der eine oder andere Ast durch einen Pflock gestützt und für das bessere Wachstum wäre das Ausbringen eines (selbstverständlich rein biologischen) Düngers auch noch auf dem Programm.
Dabei erweitere ich auch die Tätigkeiten im Garten um ein Bauvorhaben. Ein Garten ist kein Garten ohne Bäume und ohne ein Baumhaus ist ein Baum im Garten nur ein fehlplatzierter Waldbewohner.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Der Frühling ist im voller Blüte und an diesem Wochenende habe ich mir
vorgenommen, die längst fälligen Gartenarbeiten zu erledigen. Der Rasen gehört
dringend getrimmt, die Bäume zurecht geschnitten, der eine oder andere Ast durch
einen Pflock gestützt und für das bessere Wachstum wäre das Ausbringen eines
(selbstverständlich rein biologischen) Düngers auch noch auf dem Programm.</p>
<p>Dabei erweitere ich auch die Tätigkeiten im Garten um ein Bauvorhaben. Ein
Garten ist kein Garten ohne Bäume und ohne ein Baumhaus ist ein Baum im Garten
nur ein fehlplatzierter Waldbewohner. Also ab zum Baumarkt und die Materialien
besorgen.  Zu meiner Überraschung habe ich tatsächlich einen Baumarktmitarbeiter
angetroffen, der widerum von meiner Einkaufsliste sichtlich überrascht war.
Scheinbar bauen in letzter Zeit die Leute keine Baumhäuser mehr. Oder waren es
die Sicherungsseile, die ich dazu besorgt habe? Vielleicht legen Andere keinen
Wert auf Sicherheit. Ich jedenfalls schon!</p>
<p>Den Plan habe ich mir aus dem Internet besorgt, genauso wie das CAD Programm, um
diesen an die genauen arboralen Maße anzupassen. Den Laserscanner zum
Digitalisieren des Baumes habe ich mir ausborgen können, da derzeit nicht alle
Baustellen voll ausgelastet arbeiten. Aus Rücksicht auf meine Nachbarn werde ich
nicht mehr heute Abend mit dem Zuschnitt der Holzteile beginnen (es ist schon
nach 22:00). Das mache ich am Samstag ab 07:00. Da ist es wieder erlaubt, mit
der Kreissäge zu arbeiten.</p>
<p>Den Kran, der mir die Lasten auf die entsprechenden Höhen hieven wird, werde ich
aber noch in der Nacht aufstellen. Das geht fast geräuschlos und ganz einfach
nach Bauanleitung, die in der Schachtel dabei war. Traglastdiagramm war beim
Lego Technik Bausatz keiner dabei, bin mir aber sehr sicher, dass der Kran die
Balsaholzbretter hebt. Es sind ja auch nur rund zehn Zentimeter vom Boden bis
zur Krone meines Bonsai.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 39 -- Gut Gebürstet</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-39-gut-geb%C3%BCrstet/</link>
            <pubDate>Thu, 23 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-39-gut-geb%C3%BCrstet/</guid>
            <description>Nicht nur für Schauspieler und Moderatoren sind schöne Zähne ein Muss, auch bei allen anderen Berufen ist es von Vorteil, wenn das Lächeln strahlt und eine gewisse Kompetenz in der Pflege zeigt, wenn schon die Natur die Färbung und Anordnung eher dem eines Krokodils ähnlich gemacht hat, als die perlweiße Perfektion, die wir aus der Werbung kennen.
Daher nehme ich die Wartung meines Mahlwerks ernst. Da kam es mir ganz Recht, dass Unterstützung durch modernste Technologie ein Ergebnis wie vom Zahnarzt selbst versprach.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Nicht nur für Schauspieler und Moderatoren sind schöne Zähne ein Muss, auch bei
allen anderen Berufen ist es von Vorteil, wenn das Lächeln strahlt und eine
gewisse Kompetenz in der Pflege zeigt, wenn schon die Natur die Färbung und
Anordnung eher dem eines Krokodils ähnlich gemacht hat, als die perlweiße
Perfektion, die wir aus der Werbung kennen.</p>
<p>Daher nehme ich die Wartung meines Mahlwerks ernst. Da kam es mir ganz Recht,
dass Unterstützung durch modernste Technologie ein Ergebnis wie vom Zahnarzt
selbst versprach. Also weg mit der schnöden manuellen Zahnbürste, die garantiert
durch falsche Anwendung bei zu viel Muskelkraft das Zahnfleisch beschädigt und
bei zu wenig Einsatz einem mit Löchern groß wie beim Emmentaler im Zahnschmelz
zurück lässt. Nur das neueste Modell mit Bluetooth, Kopplung an Smartphone und
Auswertung durch künstliche Intelligenz verspricht den Erhalt des gesunden
Bisses bis ins hohe Alter.</p>
<p>Die Sache ist aber verzwickt. Meine Smarte Zahnbürste will sich nicht mit meinem
Handy verbinden, aber ohne Registrierung des Geräts ist eine Freischaltung zu
den obligatorischen Updates nicht möglich, ohne die sich der Reinigungsvorgang
weder per Sprach-, Gesten- oder Geruchssteuerung nicht in Gang setzen lässt.
Jetzt sitze ich schon seit einer Woche an dem Problem. Nach unzähligen Versuchen
hält sich mittlerweile mein Notebook für die Zahnbürste und meine Waschmaschine
identifiziert sich als Handy. Noch zwei Update-Zyklen und wenn ich vielleicht
meinen Herd in diese Ménage à trois hinzunehme, kann ich wieder ins Internet und
mich bei der Kundenhotline nach neuen Treibern erkundigen. Ich würde in der
Zwischenzeit auch wieder zum händischen Putzen zurückkehren, traue mich aber
nicht, in der Drogerie nach nicht-Internet-of-Things-tauglicher Zahnpasta zu
fragen. Ohne App geht die neue Tube nämlich auch nicht auf.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 38 -- Fashion Victim</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-38-fashion-victim/</link>
            <pubDate>Wed, 22 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-38-fashion-victim/</guid>
            <description>Jeden Tag lerne ich, die Vorzüge von Videokonferenzen mehr und mehr zu schätzen. Es fallen keine Fahrzeiten zu den Büros oder Wegzeiten innerhalb der Gebäude an. Das Konferenzzimmer ist sofort erreicht, wenn man am eigenen Schreibtisch angekommen ist. Auch sind die Unterlagen schnell zur Hand, und das ganz ohne Schleppen.
Und da die Räume virtuell sind, sind sie groß genug für jede Besprechung und auch in beliebiger Anzahl vorhanden. Nichts wirft den wohlfeilen Zeitplan so durcheinander, wie die physischen Gegebenheiten: alle sind rechtzeitig vor dem Besprechungsraum versammelt, nur um herauszufinden, dass dieser über Nacht umfunktioniert wurde oder unmöglich so viele Teilnehmer aufnehmen kann.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Jeden Tag lerne ich, die Vorzüge von Videokonferenzen mehr und mehr zu schätzen.
Es fallen keine Fahrzeiten zu den Büros oder Wegzeiten innerhalb der Gebäude an.
Das Konferenzzimmer ist sofort erreicht, wenn man am eigenen Schreibtisch
angekommen ist. Auch sind die Unterlagen schnell zur Hand, und das ganz ohne
Schleppen.</p>
<p>Und da die Räume virtuell sind, sind sie groß genug für jede Besprechung und
auch in beliebiger Anzahl vorhanden. Nichts wirft den wohlfeilen Zeitplan so
durcheinander, wie die physischen Gegebenheiten: alle sind rechtzeitig vor dem
Besprechungsraum versammelt, nur um herauszufinden, dass dieser über Nacht
umfunktioniert wurde oder unmöglich so viele Teilnehmer aufnehmen kann.</p>
<p>Nur bei der Wahl meines Outfits bin ich mir noch nicht sicher. Was ist die
richtige Etikette? Wie viel Aufwand ist in das Erscheinungsbild zu investieren?
Im persönlichen Kontakt ist vieles vom Outfit ja nicht nur Form, sondern auch
Funktion. Und es ist dann nicht nur für den Moment.</p>
<p>Für mich persönlich ist es klar, lieber etwas formeller aufzutreten. Das
entspricht meinem Naturell. Also das ganze Programm: Hemd, Gilet, Jackett,
Handschuhe. Entweder in der klassischen grün-violett Kombination oder der etwas
moderneren orange-rot-gelb Variante. Dazu grün gefärbtes Haar, ein wenig Weiß im
Gesicht, damit das rot ausgemalte Lächeln besser wirkt. Und abgedunkelte
Augenpartien für den strengeren Blick. Das manische Lachen ergibt sich meist von
alleine. Der Erfolg bei den Verhandlungen gibt mir Recht, mein Gegenüber wirkt
meist eingeschüchtert.</p>
<p>Ganz unabhängig davon ist mir gestern ein in den Himmel projiziertes Fledermaus-
Symbol aufgefallen. Was das wohl bedeutet?</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 37 -- Statusmeilen</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-37-statusmeilen/</link>
            <pubDate>Tue, 21 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-37-statusmeilen/</guid>
            <description>Liebe Fluggesellschaft,
Hiermit möchte ich für die letzten vier Wochen für jeden Werktag 10.000 Statusmeilen beantragen. Schließlich sitze ich 14 Stunden regungslos auf meinem Sessel, habe einen kleinen Monitor direkt vor meiner Nase und schaue einen Film zweifelhafter Qualität nach dem anderen. Die Meilen stehen mir auch als Entschädigung für den fehlenden Service zu, es kommt keine Stewardesse vorbei und ich muss mich selbst um die Getränke und das Knabberzeug kümmern.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Liebe Fluggesellschaft,</p>
<p>Hiermit möchte ich für die letzten vier Wochen für jeden Werktag 10.000
Statusmeilen beantragen. Schließlich sitze ich 14 Stunden regungslos auf meinem
Sessel, habe einen kleinen Monitor direkt vor meiner Nase und schaue einen Film
zweifelhafter Qualität nach dem anderen. Die Meilen stehen mir auch als
Entschädigung für den fehlenden Service zu, es kommt keine Stewardesse vorbei
und ich muss mich selbst um die Getränke und das Knabberzeug kümmern.</p>
<p>Die Durchsagen des Kapitäns habe ich auf Band aufgezeichnet, genauso wie das
Video zu den Sicherheitsmaßnahmen. Die Turbinengeräusche habe ich über die
Stereoanlage quer über den Innenhof gespielt, bis sich die Nachbarn beschwert
haben. Da ich das aber mit den Noise Cancelling Kopfhörern ausgeblendet habe,
spare ich mir nun beides. Zugegeben, mir fehlt das triviale Gespräch der
Sitznachbarn und sogar das Geschrei der Kleinkinder. Vielleicht haben sie hier
eine Aufnahme aus einem Lehrvideo, dass sie mir zukommen lassen können?</p>
<p>Die Gerüche kann ich gut nachstellen, dazu habe ich ein Kerosingemisch auf das
Fensterbrett gelehrt. Den Schweißgeruch schlecht gepflegter Mitreisender
simuliere ich, indem ich meine Sportsachen in einem Plastikbeutel über mehrere
Tage reifen lasse. Eine eklektische Auswahl an Parfum-Testern sichert mir das
andere Extrem ab.</p>
<p>Meine Anfrage beim Radiologischen Institut, mit welchen Isotopen ich die
Höhenstrahlung am besten nachbilden kann, hat noch keine Antwort erfahren.
Sobald ich hier Rückmeldung bekomme, lasse ich sie es umgehend wissen.</p>
<p>Aufgrund dieser immersiven Simulation bin ich mir sicher, die Voraussetzungen
für eine Vergütung erfüllt zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen.</p>
<p>&mdash; Ryan Bingham</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 36 -- Digitale Diät</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-36-digitale-di%C3%A4t/</link>
            <pubDate>Mon, 20 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-36-digitale-di%C3%A4t/</guid>
            <description>Das Gericht ist mit Bedacht gewählt, die Zutaten waren schon alle zu Hause. Auch die Zubereitung erfolgte sorgfältig nach Rezept. Noch ist es aber nicht angerichtet, so schnell und so einfach geht das heutzutage nicht. Wer kann schon etwas essen, bevor es nicht fotografiert und auf mindestens einem Kanal geteilt wurde?
Also flutschen Beilagen und Hauptgericht nicht unbedacht auf einen beliebigen Teller, sondern es wird drapiert, gezupft, gestopft und geschnipselt. Einem Schönheitschirurgen gleich mache ich mich ans Werk, jede Imperfektion verschwinden zu lassen oder zu verstecken.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Das Gericht ist mit Bedacht gewählt, die Zutaten waren schon alle zu Hause. Auch
die Zubereitung erfolgte sorgfältig nach Rezept. Noch ist es aber nicht
angerichtet, so schnell und so einfach geht das heutzutage nicht. Wer kann schon
etwas essen, bevor es nicht fotografiert und auf mindestens einem Kanal geteilt
wurde?</p>
<p>Also flutschen Beilagen und Hauptgericht nicht unbedacht auf einen beliebigen
Teller, sondern es wird drapiert, gezupft, gestopft und geschnipselt. Einem
Schönheitschirurgen gleich mache ich mich ans Werk, jede Imperfektion
verschwinden zu lassen oder zu verstecken. Jede einzelne Nudel kommt mit
Pinzette an den für sie vorgesehenen Ort, jeder Erdapfel wird von seiner besten
Seite präsentiert. Die Karotten, frisch aus dem roten Rüben Saft kommend,
besonders farbintensiv, damit sie sich auch gut im Bild machen. Die Erbsen sind
lange im Wasser gequollen, um prall und rund zu werden, selbst wenn sie jetzt
ein wenig wässrig schmecken.</p>
<p>Für die maximale Reichweite beim Publikum habe ich auch zwei Varianten
vorbereitet, eine vegane mit Tofu in der Hauptrolle (kann getrost mehrfach
wiederverwendet werden) und eine mit Fleisch. Bis das Licht richtig ist, und die
Highlights mit Gelatine oder Aspik präpariert sind, ist das Essen zwar kalt,
aber die Likes geben mir Recht, es ist eine wirklich tolle Mahlzeit und auch so
schnell, wenn ich meiner eigenen Zeitangabe der Zubereitung glaube. Nach der
Pflege der Reaktionen auf den Upload und dem Chat mit den Fans ist das Essen
endgültig ungenießbar. Und so bin ich weiter auf digitaler Diät.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 33 -- Ein Ringen</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-33-ein-ringen/</link>
            <pubDate>Fri, 17 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-33-ein-ringen/</guid>
            <description>Still im Wohnzimmer findet ein Ringkampf statt. Ein lautloser Wettstreit. Auf der einen Seite, stolz auf dem Couchtisch aufgestellt, das Buch. Auf der anderen, schlaff halb vom Sofa hängend aber weich gebettet, ich, der Leser. Es ist ein langsames Ringen, die Stellungen haben sich seit Tagen nicht mehr verschoben. Kampfrichter gibt es keinen, der Fortschritt ist das Einzige, was zählt.
Ich möchte fair sein und gebe weder dem Autor, seinem Stil, noch dem Thema die Schuld.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Still im Wohnzimmer findet ein Ringkampf statt. Ein lautloser Wettstreit. Auf
der einen Seite, stolz auf dem Couchtisch aufgestellt, das Buch. Auf der
anderen, schlaff halb vom Sofa hängend aber weich gebettet, ich, der Leser. Es
ist ein langsames Ringen, die Stellungen haben sich seit Tagen nicht mehr
verschoben. Kampfrichter gibt es keinen, der Fortschritt ist das Einzige, was
zählt.</p>
<p>Ich möchte fair sein und gebe weder dem Autor, seinem Stil, noch dem Thema die
Schuld. Es ist schließlich meine selbst gesteckte Aufgabe, den Gegner
niederzuringen. Ich will es ja so! Nur, wie kann ich das am besten formulieren,
steht meinem Gegner eine latente Hilfe zur Seite. Dieser sehr effektive
Schildträger wehrt halbherzige Versuche meinerseits, über Seiten und Passagen
einfach so hinwegzugehen, ab. Öfter werde ich von dieser Macht zurückgeworfen
und muss einen Satz, manchmal auch einen ganzen Paragraphen von vorne angehen.</p>
<p>Dieser unheimlichen Kraft bin ich schon länger auf der Spur. Noch nie habe ich
sie manifestiert gesehen, noch nie hat sie direkt in das Geschehen eingegriffen.
Und so beschleicht mich der Verdacht, dass diese unsichtbare Hand gar nicht so
invisibel sondern indivisibel von mir selbst ist. Ich, mein schlimmster Feind,
wie ihn Nietzsche schon identifiziert hat. Daher stimme ich mit ihm ein: <em>Das
Fleisch ist willig, aber der Geist ist schwach!</em></p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 32 -- Produktivität</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-32-produktivit%C3%A4t/</link>
            <pubDate>Thu, 16 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-32-produktivit%C3%A4t/</guid>
            <description>Ein produktiver Tag beginnt mit einer gut gefüllten To-Do Liste, auf der alle wichtigen Punkte aufgeführt sind, die es zu erledigen gilt. Der Profi hat sich dieses Stück schon in der Retrospektive am Vorabend zurecht gelegt und griffbereit am Nachtkästchen platziert. Gleich neben dem Notizblock, der bereit liegt, die nächtlichen Inspirationen aufzunehmen &amp;ndash; und eventuell verschütteten Mate Tee aufzusaugen.
Bevor der hypermotivierte Taskbewältiger jedoch zur Tat schreitet, gilt es inne zu halten und sich auf das Einswerden mit dem Universum einzulassen.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Ein produktiver Tag beginnt mit einer gut gefüllten To-Do Liste, auf der alle
wichtigen Punkte aufgeführt sind, die es zu erledigen gilt. Der Profi hat sich
dieses Stück schon in der Retrospektive am Vorabend zurecht gelegt und
griffbereit am Nachtkästchen platziert. Gleich neben dem Notizblock, der bereit
liegt, die nächtlichen Inspirationen aufzunehmen &ndash; und eventuell verschütteten
Mate Tee aufzusaugen.</p>
<p>Bevor der hypermotivierte Taskbewältiger jedoch zur Tat schreitet, gilt es inne
zu halten und sich auf das Einswerden mit dem Universum einzulassen. 47,5
Minuten Meditation lassen den Geist Ruhe finden. Gleich danach soll der
körperliche Verfall gebremst, wenn nicht gar angehalten werden. Also 63 Minuten
Cross-Fit, beim Yoga oder Bodyweight Übungen. Gefolgt von der Zubereitung des
intelligenten Frühstücks-Smoothies mit Chia, Goji Beeren und Brennnesseln. Das
gibt Kraft ohne zugleich zu sehr zu belasten. Nach 17,5 Minuten Körperpflege
geht es zum Schreibtisch.</p>
<p>Vor den Pflichten darf ein wenig Ablenkung nicht fehlen, wer möchte denn schon
bei der Telefonkonferenz der Einzige sein, der die Anspielung auf die
aktuellsten Ereignisse nicht versteht? Da empfehlen die Medienexperten eine
balancierte Auswahl von fünf Tageszeitungen, drei Wochenzeitschriften und nicht
weniger als sieben monatlich erscheinenden Publikationen. Wie lange man dafür
braucht, geben die Vorbilder merkwürdiger Weise nicht präzise an, Gerüchte sagen
alles von 30 bis hin zu 105 Minuten. Ganz wichtig, aber von einem auf
Höchstleistungen getrimmten Mitmenschen nie zugegeben, ist auch der Blick in die
sozialen Netzwerke, wobei hier der Durchschnitt bei 2,5 Stunden liegt, gemessen
von den Technologieunternehmen.</p>
<p>Jetzt könnte es mit den To-Dos losgehen, aber es ist Mittagszeit. Eine gesunde
Ernährung setzt eine gewisse Regelmäßigkeit voraus. Die Zubereitung des
gedünsteten Grünkohls mit pochiertem Sauerampfer und selbst gezogenen
Brokkoli-Sprösslingen ist zugegeben etwas zeitaufwändig, aber das holt man Dank
der Wirkung wieder ein. Davon bin ich felsenfest überzeugt!</p>
<p>Nach der Belustigung aber noch vor dem Arbeitsbeginn muss sich der effizienteste
Leistungserbringer aber noch um die persönliche Weiterentwicklung kümmern. Sonst
wird man heutzutage einfach abgehängt. Wer nicht mindestens vier Sprachen lernt,
hat bald keine Chance, in der pluripolaren Welt Verständigung und schon gar
nicht Verständnis zu finden! (Nur zur Ergänzung: die fünf Weltsprachen sind
natürlich vorausgesetzt.) Gleich im Anschluss liegt es nahe, die Lektüre zu
bewältigen. Bekanntlich liest ein CEO jede Woche mindestens ein Buch; wer
mitreden will, liest zwei.</p>
<p>Bei all diesen Vorbereitungen stand das Individuum im Zentrum. In der modernen
Arbeitswelt ist allerdings vernetztes Denken gefragt und zum Bilden fester
sozialer Kontakte, klinkt sich der Selbstoptimierer in eine 90 Minütige Session
am Hometrainer per Videolink ins virtuelle Fitnessstudio ein. Statt der Anfahrt
bleiben also 30 Minuten, um sich mit Gleichgesinnten über Tipps und Tricks
auszutauschen und trotzdem hat man Zeit gespart.</p>
<p>Während der Dusche stellt der Prduktivitätseiferer fest, dass der Arbeitstag
schon gelaufen ist und es Zeit wird, sich in der reflektiven Phase des Tages auf
den folgenden vorzubereiten. Erschöpft von des Tages Werk aber mit Stolz
gefüllt, so hervorragend effizient gewesen zu sein, wird dieselbe To-Do Liste
auf dem Nachtkästchen platziert.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 31 -- Wachsendes Gras</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-31-wachsendes-gras/</link>
            <pubDate>Wed, 15 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-31-wachsendes-gras/</guid>
            <description>An das Leben im Home Office kann man sich gut gewöhnen: kein Pendeln, keine Dienstreise und auch das Langweilen in Besprechungen geht ohne Videoschaltung viel unauffälliger von der Hand als bei persönlicher Anwesenheit. Denken in den eigenen vier Wänden gelingt auch besser, wenn man eine entsprechende Atmosphäre geschaffen hat.
Je besser allerdings diese konzentrationsfördernde Umgebung gelingt, desto weniger förderlich ist es für die Unterbrechung ebendieses Schöpfungsprozesses. Dann sitze ich über mein Werk gebeugt und die Bewegungen werden rarer und rarer bis schließlich jedes Momentum stoppt und ich zum Stylit erstarre.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>An das Leben im Home Office kann man sich gut gewöhnen: kein Pendeln, keine
Dienstreise und auch das Langweilen in Besprechungen geht ohne Videoschaltung
viel unauffälliger von der Hand als bei persönlicher Anwesenheit. Denken in den
eigenen vier Wänden gelingt auch besser, wenn man eine entsprechende Atmosphäre
geschaffen hat.</p>
<p>Je besser allerdings diese konzentrationsfördernde Umgebung gelingt, desto
weniger förderlich ist es für die Unterbrechung ebendieses Schöpfungsprozesses.
Dann sitze ich über mein Werk gebeugt und die Bewegungen werden rarer und rarer
bis schließlich jedes Momentum stoppt und ich zum Stylit erstarre. Dem folgt,
zeitlich schwer einzuschätzen, wenn selbst diese stehen zu bleiben scheint,
meist auch der Stillstand der Gedanken. Das ist auch das Ende der Kreativität,
da das Schaffen selbst ein Akt ist.</p>
<p>In dieser Weise erstarrt, bleibt nur noch die Flucht in die Metaebene der
Selbstbetrachtung und ich beobachte, wie sich langsam der Staub über mich legt.
So stelle ich mir das Erlebnis einer ägyptischen Mumie in ihrer Grabkammer vor.
Umgeben von den Gegenständen des täglichen (königlichen) Bedarfs, in
Regungslosigkeit verharrend. Und auch wenn der Vergleich ein makabrer ist, sind
gewisse Parallelen zwischen der Mumifizierung bei der das Gehirn mit einem Quirl
entfernt wird und der geistigen Auflösung mitten im Nachmittagstief schwer zu
leugnen.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 30 -- Der Tag danach</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-30-der-tag-danach/</link>
            <pubDate>Tue, 14 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-30-der-tag-danach/</guid>
            <description>Bleiern öffne ich meine Augenlieder und träge beginnen die Bilder zu fließen. Die Erinnerungen der letzten Tage flackern in unzuverlässigen Episoden auf. Was ist geschehen? Wo bin ich? Langsam beginnt sich die Welt wieder zusammen zu setzen, jedoch mit viel mehr Lücken und Verzögerungen als sonst. Ein nicht unerheblicher Teil meines Ichs ist damit beschäftigt, Lücken zu suchen, die an anderen Tagen wohl unbeachtet bleiben. Ein untrügliches Zeichen, dass die eine oder andere Entscheidung in der Vergangenheit nicht gesundheitsförderlich war.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Bleiern öffne ich meine Augenlieder und träge beginnen die Bilder zu fließen.
Die Erinnerungen der letzten Tage flackern in unzuverlässigen Episoden auf. Was
ist geschehen? Wo bin ich? Langsam beginnt sich die Welt wieder zusammen zu
setzen, jedoch mit viel mehr Lücken und Verzögerungen als sonst. Ein nicht
unerheblicher Teil meines Ichs ist damit beschäftigt, Lücken zu suchen, die
an anderen Tagen wohl unbeachtet bleiben. Ein untrügliches Zeichen, dass die
eine oder andere Entscheidung in der Vergangenheit nicht gesundheitsförderlich
war.</p>
<p>Nicht ganz ungeübt in der Versorgung meiner Wehen und Leiden, plane ich zuerst
die nächsten Schritte, bevor eine einzige Bewegung Schmerzen auslöst und ein
Nachdenken verunmöglicht. Wie ist der kürzeste Weg zwischen den Stationen, die
abgeklappert werden müssen? Gibt es Einschränkungen in der Reihenfolge? Welche
Schritte sind essentiell, welche nur optional? Das alleine stellt unter den
gegebenen Umständen eine steile Herausforderung dar. Denn bekanntlich ist die
allgemeine Lösung ein offenes Problem.</p>
<p>Nun mache ich mich wie ein Handlungsreisender auf, der sich jedoch mehr nach dem
Charakter Tod in Venedig anfühlt als der Kaufmann. So schlimm kann es dann doch
nicht sein, wenn mir unter diesen Bedingungen solche Trivia durch den Kopf
gehen. Unterwegs wird durch die Überreste nach und nach der Hergang der
Ereignisse klar. Die Schuld ist nicht dem Eierlikör zu geben, zumindest nicht
dem Destillatanteil darin. Es ist die unglaubliche Menge an Eiweiß, die mich in
dieses Koma über die Feiertage gesetzt hat. &ndash; Die Sühne beginnt heute mit einem
vegetarischen Hauptgang, ganz bestimmt! Aber wie bei dem klassischen Kater sind
diese guten Vorsätze dahin, im Augenblick wie sich die Kühlschranktür öffnet.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 27 -- Anzeige</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-27-anzeige/</link>
            <pubDate>Sat, 11 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-27-anzeige/</guid>
            <description>Art der Anzeige: Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkungen   Anzeige durch: Dr. Heinrich Faust   Wohnhaft in: Wohnanschrift konnte nicht verifiziert werden   Zeuge(n): Dr. Wagner | ein Pudel   Wohnhaft in: Untermieter bei Hrn. Homunculus | hinter dem Ofen   Anzeige gegen: Das gemeine Volk, insb. ein alter Bauer Landwirt   Tatzeitpunkt: Ostersonntag   Tatort: al fresco   Anmerkung Ort konnte nicht ausfindig gemacht werden;   der Behörde: Revierinspektor vermutet, dass es sich um ein ital.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<table>
<thead>
<tr>
<th></th>
<th></th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Art der Anzeige:</td>
<td>Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkungen</td>
</tr>
<tr>
<td>Anzeige durch:</td>
<td>Dr. Heinrich Faust</td>
</tr>
<tr>
<td>Wohnhaft in:</td>
<td><em>Wohnanschrift konnte nicht verifiziert werden</em></td>
</tr>
<tr>
<td>Zeuge(n):</td>
<td>Dr. Wagner | ein Pudel</td>
</tr>
<tr>
<td>Wohnhaft in:</td>
<td>Untermieter bei Hrn. Homunculus | hinter dem Ofen</td>
</tr>
<tr>
<td>Anzeige gegen:</td>
<td>Das gemeine Volk, insb. ein alter <del>Bauer</del> Landwirt</td>
</tr>
<tr>
<td>Tatzeitpunkt:</td>
<td>Ostersonntag</td>
</tr>
<tr>
<td>Tatort:</td>
<td>al fresco</td>
</tr>
<tr>
<td>Anmerkung</td>
<td><em>Ort konnte nicht ausfindig gemacht werden;</em></td>
</tr>
<tr>
<td>der Behörde:</td>
<td><em>Revierinspektor vermutet, dass es sich um ein ital. Restaurant handelt</em></td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>&mdash;</td>
</tr>
<tr>
<td>Tathergang:</td>
<td>Vom Eise befreit sind Strom und Bäche</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Durch des Frühlings holden, belebenden Blick</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Im Tale grünet Hoffnungsglück</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Der alte Winter, in seiner Schwäche,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Zog sich in raue Berge zurück.</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Von dorther sendet er, fliehend, nur</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Ohnmächtige Schauer körnigen Eises</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>In Streifen über die grünende Flur</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Aber die Sonne duldet kein Weißes,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Überall regt sich Bildung und Streben,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Alles will sie mit Farben beleben</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Doch an Blumen fehlt&rsquo;s im Revier,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Sie nimmt geputzte Menschen dafür.</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Kehre dich um, von diesen Höhen</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Nach der Stadt zurückzusehen.</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Aus dem hohlen finstern Tor</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Dringt ein buntes Gewimmel hervor.</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Jeder sonnt sich heute so gern.</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Sie feiern die Auferstehung des Herrn,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Denn sie sind selber auferstanden,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Aus Handwerkt- und Gewerbesbanden,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Aus der Straßen quetschender Enge,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Sind sie alle ans Licht gebracht.</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Sieh nur, sieh! Wie behebend sich die Menge,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Durch die Gärten und Felder zerschlägt</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Wie der Fluss, in Breit und Länge,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>So manche lustigen Nachen bewegt,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Und bis zum Sinken überladen</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Entfernt sich dieser letzte Kahn.</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Selbst von des Berges fernen Pfaden</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Blinken uns farbige Kleider an.</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Ich höre schon des Dorfs Getümmel,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Hier ist des Volkes wahrer Himmel,</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Zufrieden jauchzet groß und klein:</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Hier bin ich Mensch, hier darf ich&rsquo;s sein!</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td>Erfasst von:</td>
<td>Johann W. v.G., frankfurter Vorstadtrevier</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 26 -- In Hiding</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-26-in-hiding/</link>
            <pubDate>Fri, 10 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-26-in-hiding/</guid>
            <description>Der Winter ist vorbei, der Frühling hat erste Versuche unternommen, die Leute vor die Tür zu locken. Während ansonsten die ersten Sonnenstrahlen schon die Massen vor die Tore der Stadt treibt, ist heuer einiges anders. Auch ich habe die Frühlingsgefühle schon in der Nase und es ist zum Glück keine Allergie oder etwas Schlimmeres.
Viel mehr mache ich mir Gedanken um die Osterfeier. Die Ostereier sind bemalt, die Pinze gebacken und auch der Schinken liegt schon bereit.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Der Winter ist vorbei, der Frühling hat erste Versuche unternommen, die Leute
vor die Tür zu locken. Während ansonsten die ersten Sonnenstrahlen schon die
Massen vor die Tore der Stadt treibt, ist heuer einiges anders. Auch ich habe
die Frühlingsgefühle schon in der Nase und es ist zum Glück keine Allergie oder
etwas Schlimmeres.</p>
<p>Viel mehr mache ich mir Gedanken um die Osterfeier. Die Ostereier sind bemalt,
die Pinze gebacken und auch der Schinken liegt schon bereit. Aber was ist Ostern
ohne eine Suche nach Osternestern? Ohne Besuch des Osterhasen? Also muss Ersatz
her! Anstatt bei einem Osterspaziergang einem Häschen hinterher zu hoppeln, wird
diese Ostern der Spieß umgedreht und ich verstecke mich zu Hause und warte
darauf, mein Nest verlassen zu können.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 25 -- O tempora, o mores</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-25-o-tempora-o-mores/</link>
            <pubDate>Thu, 09 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-25-o-tempora-o-mores/</guid>
            <description>Ich scheine in eine andere Dimension abgedriftet zu sein. An einen Ort wo Raum und Zeit eine ganz andere Bedeutung haben. Es vergehen Monate, sogar Jahre und Dekaden. Distanzen ungeahnten Ausmaßes werden scheinbar mühelos überwunden. Ganze Zivilisationen werden geschaffen, erleben ihre Blüte und ihren Untergang, manchmal auch eine Wiedergeburt.
In dieser wundersamen Welt herrschen auch ganz andere Gesetze, teilweise scheinen auch Naturgesetze und die Logik eine andere zu sein. Aber selbst wenn Oben und Unten stellenweise vertauscht sind, gibt es Parallelen.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Ich scheine in eine andere Dimension abgedriftet zu sein. An einen Ort wo Raum
und Zeit eine ganz andere Bedeutung haben. Es vergehen Monate, sogar Jahre und
Dekaden. Distanzen ungeahnten Ausmaßes werden scheinbar mühelos überwunden.
Ganze Zivilisationen werden geschaffen, erleben ihre Blüte und ihren Untergang,
manchmal auch eine Wiedergeburt.</p>
<p>In dieser wundersamen Welt herrschen auch ganz andere Gesetze, teilweise
scheinen auch Naturgesetze und die Logik eine andere zu sein. Aber selbst wenn
Oben und Unten stellenweise vertauscht sind, gibt es Parallelen. Kriege brechen
aus, Pakte werden geschlossen und gebrochen und Fraktionen schmieden
verschiedenste Allianzen. Jedoch sind ebenso positive Simile zu finden. Helden,
die trotz aller Widrigkeiten für ihre Sache einstehen und gegen die Mehrheit
ankommen.</p>
<p>Als Besucher dieser fremden Umgebung habe ich mich rein auf die Beobachtung der
Vorgänge beschränkt, in der Hoffnung, dass meine Anwesenheit unbemerkt bleibt.
Es erwies sich als überaus günstige Strategie, gemessen an dem Schicksal, dass
einem ebenso unbedarften Gast wie mir widerfahren ist. Ein falsches Zucken, und
die Tarnung in der passiven Masse ist dahin. Das wird mir eine Lehre sein!</p>
<p>Morgen nehme ich mir fest vor, die Finger von den sozialen Medien zu lassen&hellip;</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 23 -- Augeas&#39; Stall</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-23-augeas-stall/</link>
            <pubDate>Tue, 07 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-23-augeas-stall/</guid>
            <description>Die herculanische Herausforderung beim selbstgewählten Solipsismus ist das penible Putzen, das ansonsten Anderen aufgebürdet werden kann. Sprich, der Versuch, den eigenen Stallgeruch auch in den Grenzen der eigenen Behausung zu halten.
Nachdem genügend Wasser durch die Stallungen geflossen ist, um selbst verhärtete Verkrustungen zu lösen, war dann doch noch genug festes Material übrig, das die Kapazität meines von Pandora geborgten Eimers bei Weitem überstieg. Daher war, Orpheus folgend, ein Besuch in den Niederungen zu unternehmen, um das Fötide flöten zu schicken.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Die herculanische Herausforderung beim selbstgewählten Solipsismus ist das
penible Putzen, das ansonsten Anderen aufgebürdet werden kann. Sprich, der
Versuch, den eigenen Stallgeruch auch in den Grenzen der eigenen Behausung zu
halten.</p>
<p>Nachdem genügend Wasser durch die Stallungen geflossen ist, um selbst verhärtete
Verkrustungen zu lösen, war dann doch noch genug festes Material übrig, das
die Kapazität meines von Pandora geborgten Eimers bei Weitem überstieg. Daher
war, Orpheus folgend, ein Besuch in den Niederungen zu unternehmen, um das
Fötide flöten zu schicken. Ausflüge in diese Welt mögen gut begründet und wohl
überlegt sein: den Beutel mit mefitischem Inhalt fest wie Aiolos verschließen,
die Gänge wie Styx überqueren und um leicht wieder zurück zu finden, das Ganze
an Ariadnes Faden hängend durchführen.</p>
<p>Der Obolus dieser Aktion war dann auch zu zahlen, und ich sank soporös aber
sauber auf meine Couch zurück.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 24 -- Ein kleiner Schritt</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-24-ein-kleiner-schritt/</link>
            <pubDate>Tue, 07 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-24-ein-kleiner-schritt/</guid>
            <description>Die Startvorbereitungen sind getroffen. Der Anzug sitzt, Schuhe, Handschuhe, Kopfbedeckung und Visier sind bereit. Die Sauerstoffversorgung ist gesichert, die Geräte geprüft und alles ist auf &amp;ldquo;Go!&amp;quot;. Der Schlüssel für das Verlassen der Basis steckt im Kontrollzentrum und wir haben Liftoff.
Die ersten Stufen werden planmäßig genommen und der Kurs ist innerhalb der zulässigen Parameter. Beim Altpapiercontainer werden unverbrannte Restbestände abgestoßen und die Geschwindigkeit kann erhöht werden. Die letzte Barriere zur Außenatmosphäre wird durchbrochen und die lange Reise zum Ziel kann beginnen.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Die Startvorbereitungen sind getroffen. Der Anzug sitzt, Schuhe, Handschuhe,
Kopfbedeckung und Visier sind bereit. Die Sauerstoffversorgung ist gesichert,
die Geräte geprüft und alles ist auf &ldquo;Go!&quot;. Der Schlüssel für das Verlassen der
Basis steckt im Kontrollzentrum und wir haben Liftoff.</p>
<p>Die ersten Stufen werden planmäßig genommen und der Kurs ist innerhalb der
zulässigen Parameter. Beim Altpapiercontainer werden unverbrannte Restbestände
abgestoßen und die Geschwindigkeit kann erhöht werden. Die letzte Barriere
zur Außenatmosphäre wird durchbrochen und die lange Reise zum Ziel kann
beginnen.</p>
<p>Im scheinbar unbegrenzten und leblosen Raum geht es voran, Checkliste fest in
der Hand und auf den Erfolg der Mission konzentriert. Ab und zu muss das eine
oder andere entgegenkommende Objekt umschifft werden, die Navigation ist
manchmal zeitkritisch und kann nicht vom System gemacht werden, sondern spontan
von der Crew. Die Bremsvorbereitungen laufen erfolgreich und das Gespann kommt
vor der Tür des Supermarkts zum Stehen. Zusätzliche Schilde werden aufgebracht
und nach dem Eintreten die Einkaufswagen umgekoppelt.</p>
<p>Strikt nach den Vorgaben der Liste geht es durch das unsichere Terrain. Auch
wenn jeder Stein umgedreht wird, können nicht alle Wünsche der Bodencrew zu
Hause aufgenommen werden. Aber für das Eine oder Andere findet sich adäquater
Ersatz.</p>
<p>Das Verstauen der Proben gestaltet sich schwierig, da doch mehr gesammelt wurde,
als auf der Liste stand. Aber so lange es noch unter der Grenze der
Belastbarkeit des Trägersystems liegt, wird es mitgenommen. Auch wenn dabei die
letzten Reserven aufgebraucht werden.</p>
<p>Vor dem Verlassen des Orbits standen natürlich noch die Erleichterung des
Geldbeutels und die Rückkoppelung des Einkaufswagens auf dem Programm. Da alles
ohne Besonderheiten verlief, stand der Rückreise nichts mehr im Wege. Kurz wurde
es aber auf halber Strecke spannend, als durch eine ungleiche Verteilung der
Fracht das Gefährt ins Schlingern geriet und stabilisiert werden musste. Der
Rest der Reise verlief danach aber wieder in kontrollierten Umständen.</p>
<p>Die Auswertung der Mission nach Abschluss zeigte hervorragende Resultate und die
Vorbereitungen für den nächsten Ausflug können mit den gewonnenen Daten
verbessert werden.</p>
<p>Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer für meinen Kühlschrank!</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 22 -- Flugreise</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-22-flugreise/</link>
            <pubDate>Mon, 06 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-22-flugreise/</guid>
            <description>Montag 05:00 und ich bereite mich auf den Flug vor. Diesmal ist die Anreise zum Flughafen kurz, die Schlange beim Check-In nicht existent. Beim Aus- und wieder Einpacken meiner elektronischen Geräte bemerke ich, dass ich doch schon etwas aus der Übung bin. Neu Hinzugekommen sind der Rundgang ums Gefährt, das Prüfen der beweglichen Teile, das Justieren der Trimmung und das Säubern der Start- und Landebahn. Aber was tut man nicht alles für einen sicheren Flug.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Montag 05:00 und ich bereite mich auf den Flug vor. Diesmal ist die Anreise zum
Flughafen kurz, die Schlange beim Check-In nicht existent. Beim Aus- und wieder
Einpacken meiner elektronischen Geräte bemerke ich, dass ich doch schon etwas
aus der Übung bin. Neu Hinzugekommen sind der Rundgang ums Gefährt, das Prüfen
der beweglichen Teile, das Justieren der Trimmung und das Säubern der Start- und
Landebahn. Aber was tut man nicht alles für einen sicheren Flug.</p>
<p>Frequenz der Funkverbindung eingestellt und schon geht&rsquo;s los. Die Rotoren kommen
in Bewegung und der Flug beginnt. Noch bin ich Pilot und Fluglehrer
gleichzeitig, der Hubschrauber schwankt bedenklich, ich schaffe es aber, die
Lage zu stabilisieren und in einen Schwebeflug überzugehen. Der Überwachungsflug
kann starten. Noch sind es erste Tests in der Nähe, aber schon bald plane ich
regelmäßige Patrouillen, um unautorisierten Ausflüge zum Kühlschrank feststellen
zu können. Zukünftig plane ich eine 24-stündige Überwachung per Dronen. Man kann
einfach nicht vorsichtig genug sein!</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 19 -- Zeitmanagement</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-19-zeitmanagement/</link>
            <pubDate>Fri, 03 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-19-zeitmanagement/</guid>
            <description>Effizientes Arbeiten ist nur möglich, wenn man die Effizienz auch misst. Steht zumindest in der einschlägigen Management-Literatur. Dazu habe ich in den Letzten Tagen auch intensiv Buch über die von mir verwendete Zeit geführt. Nach Abzug des beträchtlichen Anteils, den ich für diese Messung aufwenden musste, konnte ich folgende Erkenntnisse erzielen:
  Die Trainingszeit folgt einer logistischen Verteilung, mittlerweile bin ich schon so weit fortgeschritten, dass weitere Effizienzsteigerungen nur mehr marginal sind.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Effizientes Arbeiten ist nur möglich, wenn man die Effizienz auch misst. Steht
zumindest in der einschlägigen Management-Literatur. Dazu habe ich in den
Letzten Tagen auch intensiv Buch über die von mir verwendete Zeit geführt. Nach
Abzug des beträchtlichen Anteils, den ich für diese Messung aufwenden musste,
konnte ich folgende Erkenntnisse erzielen:</p>
<ul>
<li>
<p>Die Trainingszeit folgt einer logistischen Verteilung, mittlerweile bin ich
schon so weit fortgeschritten, dass weitere Effizienzsteigerungen nur mehr
marginal sind.</p>
</li>
<li>
<p>Die Zeit für die Körperpflege folgt einer Sinuskurve, stark korreliert mit der
Empfindlichkeit meiner Sinusse.</p>
</li>
<li>
<p>Die Zeit für die Auswahl und Reinigung der Wäsche ist eine einfache
Stufenfunktion. Nach dem Step-Down ist es auf einem lokalen Minimum angekommen.</p>
</li>
<li>
<p>Größte Effizienzsteigerungen konnte ich beim Putzen erzielen. Da bekannter
Maßen die beste Gelegenheit für die Steigerung der häuslichen Sauberkeit direkt
vor einer Deadline ist bzw. während einer Telefonkonferenz (mein Mikrofon kann
Staubsaugergeräusche überraschend gut herausfiltern), ist diese quasi auf Null
gesunken!</p>
</li>
<li>
<p>An einer Stelle konnte ich aber tatsächlich eine Verschlechterung meiner
Zeitaufwände feststellen. Nämlich bei der Zubereitung und dem Verzehr der
Mahlzeiten. Die Anzahl und Frequenz ist drastisch nach oben geschossen. Laut
meinen Berechnungen werde ich bei gleichbleibenden Trend in einem Monat 23,5
Stunden des Tages Kalorien zu mir nehmen.</p>
</li>
</ul>
<p>Alles in Allem bin ich davon überzeugt, dass es eine wohl investierte Zeit war,
die vierzig Stunden in der vergangenen Woche dafür zu verwenden, um die
zukünftigen Ersparnisse von fünf Minuten pro Woche zu identifizieren. Sollte ich
bloß etwas mehr als neun Jahre zu Hause bleiben, hat es sich amortisiert!</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 18 -- Haustier</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-18-haustier/</link>
            <pubDate>Thu, 02 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-18-haustier/</guid>
            <description>Beim Schlendern entlang meines Bücherregals ist mir der Zoo an Tieren aufgefallen, den ich mir Dank O&amp;rsquo;Reilly eingefangen habe. Die Jüngeren von Euch haben sicher alle ebenfalls eine Python, nur die Älteren werden vielleicht auch ein Kamel ihr eigen nennen. Letztens habe ich mir noch eine Taube zugelegt.
Mein Problem mit diesen lieben Tieren ist die fehlende Interaktion. Sie stehen nur da, als Manifestation meines schlechten Gewissens und meines unzweifelhaft wenig zukunftssicheren Geschmacks bei der Wahl meiner Lieblinge, geben ansonsten kein Lebenszeichen von sich.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Beim Schlendern entlang meines Bücherregals ist mir der Zoo an Tieren
aufgefallen, den ich mir Dank O&rsquo;Reilly eingefangen habe. Die Jüngeren von Euch
haben sicher alle ebenfalls eine Python, nur die Älteren werden vielleicht auch
ein Kamel ihr eigen nennen. Letztens habe ich mir noch eine Taube zugelegt.</p>
<p>Mein Problem mit diesen lieben Tieren ist die fehlende Interaktion. Sie stehen
nur da, als Manifestation meines schlechten Gewissens und meines unzweifelhaft
wenig zukunftssicheren Geschmacks bei der Wahl meiner Lieblinge, geben ansonsten
kein Lebenszeichen von sich. Also muss etwas Lebendigeres her!</p>
<p>Seit kurzem habe ich also ein Haustier. Um Missverständnisse gleich aus dem Weg
zu räumen: ich habe das liebe Vieh <em>nicht</em> beim weltbeherrschenden
Krisenprofiteur in Seattle bestellt, sondern ethisch korrekt bei einem kleinen
lokalen Händler. Ein Besuch beim Züchter war leider nicht möglich, bin mir aber
sicher, dass die Kleinen genug Spiel und Auslauf haben, bevor sie verschickt
werden.</p>
<p>Das Training gestaltet sich viel anspruchsvoller, als ich gedacht habe. Dass der
Jagdinstinkt noch nicht sonderlich gut ausgeprägt ist, war mir klar, aber ein
wenig mehr Biss hätte ich mir schon gewünscht. Dafür weniger Begeisterung für
die Fransen in meinem Teppich. Und wie lange kann man bitte pro Tag schlafen?!
Die nötige Zuneigung bin ich jetzt gerne bereit zu geben, habe aber doch so
meine Zweifel, wie es ist, wenn ich mal eine Woche lang nicht nach Hause komme.
Schließlich werden Streicheleinheiten und regelmäßiges Bürsten eingefordert.
Manchmal auch eine Rettung, wenn sich mein Haustier (ich habe übrigens noch
keinen Namen) unterm Tisch verkrochen hat.</p>
<p>Alles in Allem kann ich nur zu so einer Anschaffung raten, vor allem, wenn man
sich zu Hause alleine fühlt. Aber bitte nur die neueste Generation, die Alten
sind bockig und unbelehrbar! Und wenn sich mein Saugroboter gut macht, gönne ich
mir für den Garten auch einen Mähroboter&hellip;</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 17 -- Barbecue</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-17-barbecue/</link>
            <pubDate>Wed, 01 Apr 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/04/day-17-barbecue/</guid>
            <description>Die Vorbereitungen für die Grillsaison laufen an. Da die Tage jetzt länger werden, und ich am Abend mehr Zeit habe, ist das die Gelegenheit, den Grill anzuwerfen.
Die meisten Sachen kommen bequem per Versand. Der Jäger, der mir die bestellte Wildsau an die Wohnungstür geliefert hat, war so nett, mir zwei Pulsmesser, die er von frisch erlegten wild umher laufenden Joggern abgetrennt hat, mit dazu zu legen. Der Köhler, der mir die Holzkohle (aus dem Hambacher Forst) vorbei gebracht hat, versicherte mir unaufgefordert, dass sein Husten vom langjährigen Genuss des Feinstaubs sei.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Die Vorbereitungen für die Grillsaison laufen an. Da die Tage jetzt länger
werden, und ich am Abend mehr Zeit habe, ist das die Gelegenheit, den Grill
anzuwerfen.</p>
<p>Die meisten Sachen kommen bequem per Versand. Der Jäger, der mir die bestellte
Wildsau an die Wohnungstür geliefert hat, war so nett, mir zwei Pulsmesser, die
er von frisch erlegten wild umher laufenden Joggern abgetrennt hat, mit dazu zu
legen. Der Köhler, der mir die Holzkohle (aus dem Hambacher Forst) vorbei
gebracht hat, versicherte mir unaufgefordert, dass sein Husten vom langjährigen
Genuss des Feinstaubs sei. Die Jungs, die dann den Grill mit angeschlossenem
Smoker herein geschleppt haben, waren etwas verwundert, dass ich keine Terrasse
habe. Das ist jedoch mit etwas Phantasie überhaupt kein Problem, da der
Schlosser schon bestellt ist, der das statt der Blumenkiste am Fensterbrett
montiert.</p>
<p>Beim Probebetrieb hat sich gleich die Feuerwehr eingeladen, die zufällig in der
Nähe waren, meinen Nachbarn über mir aus der Wohnung zu befreien. Irgendetwas
von Atemnot hat der Arme gejappst, bevor er abtransportiert wurde. Die Pandemie
ist auch wirklich überall! Beim Ausleeren der Asche ist die Staubwolke direkt in
die Wohnung unter mir gezogen, wie mir die aufgebrachte Dame lautstark
mitgeteilt hat. Dabei hat sie mir doch erst gestern ihr Leid geklagt, dass nun
alles in der Wohnung geputzt sei und sie nichts mit ihrer Zeit anzufangen weiß.
Verstehe das nun einer!</p>
<p>Jetzt werde ich mich mal einlesen, wie man Walfisch richtig zubereitet. Im
Sommer ist eine leichte Kost ja besonders wichtig.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 16 -- Der N419 Reigen</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-16-der-n419-reigen/</link>
            <pubDate>Tue, 31 Mar 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-16-der-n419-reigen/</guid>
            <description>Irgendwie kommt man doch um das Thema Quarantäne nicht herum. Heute hat mir doch glatt mein Outlook geschrieben, dass er eine hereinkommende Mail in ebendiese verlagert hat. Ich soll mich doch nun bitte bemühen, zu entscheiden, ob die Nachricht nun echt oder doch eine Falle ist.
Es hat ja alles sehr ernst geklungen, die nette Dame aus dem Absender scheint eine wichtige Lieferung von Masken zu erwarten, die man dann zu überhöhten Preisen auf ebay los werden kann.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Irgendwie kommt man doch um das Thema Quarantäne nicht herum. Heute hat mir doch
glatt mein Outlook geschrieben, dass er eine hereinkommende Mail in ebendiese
verlagert hat. Ich soll mich doch nun bitte bemühen, zu entscheiden, ob die
Nachricht nun echt oder doch eine Falle ist.</p>
<p>Es hat ja alles sehr ernst geklungen, die nette Dame aus dem Absender scheint
eine wichtige Lieferung von Masken zu erwarten, die man dann zu überhöhten
Preisen auf ebay los werden kann. Und da es sich dabei um ganz außerordentliche
1a Ware handelt, kann man damit auch bedenkenlos sich und seine Liebsten
versorgen. Natürlich muss es schnell gehen, denn die Lieferung sei ja quasi
schon vor der Haustüre und nur die lästige Kleinigkeit einer Bearbeitungsgebühr
wäre fällig. Ich war über dieses unerwartete Angebot sehr froh, könnte das ja
gut gebrauchen. Also habe ich gleich geantwortet und ihr die Zahlung aller
Steuern, Zölle und eventuelle Frachtgebühren zugesichert. Und zwar mit dem Gold,
das mir ein amerikanischer General aus dem nahen Osten zuschicken will. Wird
schon schiefgehen!</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 15 -- Zeitreise</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-15-zeitreise/</link>
            <pubDate>Mon, 30 Mar 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-15-zeitreise/</guid>
            <description>Heute keine rätselhafte Geschichte, keine verschwurbelte Komposition. Es ist ein Aufruf, ein Appell, eines alternden Mannes, es doch mal mit einer Zeitreise zu versuchen. Nicht die nostalgische Version, in der früher alles besser war als heute, heute nichts wie früher, schon gar nicht die Nostalgie. Sondern ein gleichwohl emotionales wie literarisches Experiment. Im Zeitungssammler neben meinem Schreibtisch fand ich, begraben und vergessen wie Tutanchamun, ein paar alte Zeitungen. Natürlich die Wochenendbeilage, da im täglichen Teil die Geschichte schon gelaufen ist (nun ja, auch da hat es mich überrascht, wie wenig sich in den sieben Jahren getan hat).</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Heute keine rätselhafte Geschichte, keine verschwurbelte Komposition. Es ist ein
Aufruf, ein Appell, eines alternden Mannes, es doch mal mit einer Zeitreise zu
versuchen. Nicht die nostalgische Version, in der früher alles besser war als
heute, heute nichts wie früher, schon gar nicht die Nostalgie. Sondern ein
gleichwohl emotionales wie literarisches Experiment. Im Zeitungssammler neben
meinem Schreibtisch fand ich, begraben und vergessen wie Tutanchamun, ein paar
alte Zeitungen. Natürlich die Wochenendbeilage, da im täglichen Teil die
Geschichte schon gelaufen ist (nun ja, auch da hat es mich überrascht, wie wenig
sich in den sieben Jahren getan hat). Dem Bericht über Art Deco Bauten war die
Zeit nicht anzumerken, es ist schließlich egal, welches Jahrhundert gerade zu
Ende geht. Die Gärten blühen wie jedes Jahr und mit Erleichterung konnte ich
feststellen, den einen oder anderen Trend in der Inneneinrichtung nicht
mitgemacht zu haben. Selbst die Kolumne des Agony Uncles war zeitlos amüsant
geschrieben.</p>
<p>Wie also besser die Qualität der schreibenden Zunft zu beurteilen als durch
Zeitablauf? Die Neuigkeit ist raus, was bleibt ist das Handwerk und das Gespür
für das Wort. Morgen versuche ich etwas brandgefährliches. Ich suche einen alten
Twitter Eintrag und schaue, wie der so gealtert ist…</p>
<hr>
<p>P.S.: Die Wanderschuhe vom Ausflug am <a href="../20200320-Day-5/">vorigen Wochenende</a>
haben nun eine neue Fülle.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 12 -- Der Nukleus</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-12-der-nukleus/</link>
            <pubDate>Fri, 27 Mar 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-12-der-nukleus/</guid>
            <description>Im Laufe der Woche haben sich zuerst unmerkbar in den Weiten des Unterbewusstseins, dann jedoch sich zu immer größer werdenden Klumpen formend, Gedanken gebildet, die durch konstante Zusammenstöße mal wieder zerstäubt und nebulös, mal sich zu einem Haufen formend in gebührender Distanz zum Zentrum meiner Aufmerksamkeit blieben. Dieser Ring an asteroidaler Urmasse gewann von Tag zu Tag an Form und machte sich vor kurzem auf, die geordneten Bahnen meiner Ideen zu kreuzen.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Im Laufe der Woche haben sich zuerst unmerkbar in den Weiten des
Unterbewusstseins, dann jedoch sich zu immer größer werdenden Klumpen formend,
Gedanken gebildet, die durch konstante Zusammenstöße mal wieder zerstäubt und
nebulös, mal sich zu einem Haufen formend in gebührender Distanz zum Zentrum
meiner Aufmerksamkeit blieben. Dieser Ring an asteroidaler Urmasse gewann von
Tag zu Tag an Form und machte sich vor kurzem auf, die geordneten Bahnen meiner
Ideen zu kreuzen. Der Einschlag kam ganz unerwartet und dafür umso heftiger: Es
ist Wochenende!</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 11 -- Verwandlung</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-11-verwandlung/</link>
            <pubDate>Thu, 26 Mar 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-11-verwandlung/</guid>
            <description>Heute Früh habe ich mich beim Aufwachen anders gefühlt. Ein wenig wie Gregor Samsa, zum Glück ohne Schwester oder weitere Familienangehörige, die Äpfel nach mir geworfen hätten. Genauso wie das ungeheure Ungeziefer lag ich da auf meinem Rücken und es hat mich auch einige Mühe gekostet, mich umzudrehen. Zum herumkrabbeln sind sechs Füße sicher praktischer als vier, die zusätzlichen haben aber gefehlt. Anstatt unter dem Bett zu verschwinden oder wieder die Decke über den Kopf zu ziehen und die Realität zu ignorieren, habe ich mich an die Streckungen, die ich gewohnt bin, regelmäßig durchzuführen, erinnert.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Heute Früh habe ich mich beim Aufwachen anders gefühlt. Ein wenig wie Gregor
Samsa, zum Glück ohne Schwester oder weitere Familienangehörige, die Äpfel nach
mir geworfen hätten. Genauso wie das ungeheure Ungeziefer lag ich da auf meinem
Rücken und es hat mich auch einige Mühe gekostet, mich umzudrehen. Zum
herumkrabbeln sind sechs Füße sicher praktischer als vier, die zusätzlichen
haben aber gefehlt. Anstatt unter dem Bett zu verschwinden oder wieder die Decke
über den Kopf zu ziehen und die Realität zu ignorieren, habe ich mich an die
Streckungen, die ich gewohnt bin, regelmäßig durchzuführen, erinnert. In die
anfänglich lästig zappelnden Gliedmaßen kam dann doch wieder Vernunft und mit
der Zeit wurde der sich wie ein Panzer anfühlende Rücken wieder beweglich. Mein
zuerst unmenschliches Zischen hat sich dann auch wieder in Laute zurück
verwandelt, die einem Prokuristen würdig sind. Nun ist es wieder Zeit für eine
Nacht mit hoffentlich ruhigen Träumen.</p>
<p>&mdash; Franz K., Schlossbewohner</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 10 -- Die Glockenkurve</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-10-die-glockenkurve/</link>
            <pubDate>Wed, 25 Mar 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-10-die-glockenkurve/</guid>
            <description>Fest gemauert im Computer
Steht die Form, aus PPT gebrannt.
Heute muß die Präsi werden,
Frisch, Gesellen, seid zur Hand.
Von der Stirne heiß
Rinnen muß der Schweiß,
Soll das Werk den Man&amp;rsquo;ger loben,
Doch der Segen kommt vom oben.
Zum Werke, das wir ernst bereiten,
Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
Wenn gute Reden sie begleiten,
Dann fließt die Arbeit munter fort.
So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Fest gemauert im Computer<br>
Steht die Form, aus PPT gebrannt.<br>
Heute muß die Präsi werden,<br>
Frisch, Gesellen, seid zur Hand.<br>
Von der Stirne heiß<br>
Rinnen muß der Schweiß,<br>
Soll das Werk den Man&rsquo;ger loben,<br>
Doch der Segen kommt vom oben.</p>
<p>Zum Werke, das wir ernst bereiten,<br>
Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;<br>
Wenn gute Reden sie begleiten,<br>
Dann fließt die Arbeit munter fort.<br>
So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,<br>
Was durch die schwache Kraft entspringt,<br>
Den schlechten Mann muß man verachten,<br>
Der nie bedacht, was er vollbringt.<br>
Das ists ja, was den Menschen zieret,<br>
Und dazu ward ihm der Verstand,<br>
Daß er im innern Herzen spüret,<br>
Was er erschafft mit seiner Maus.</p>
<p>Nehmet Bild vom Kundenstamme,<br>
Doch recht bunt laßt es sein,<br>
Daß die eingepreßte Flamme<br>
Schlage zu dem PMO hinein.<br>
Kocht des Konkurrenten Brei,<br>
Schnell den Partner herbei,<br>
Daß die zähe Projektspeise<br>
Fließe nach der profitablen Weise.<br>
Was in des Kunden tiefer Grube<br>
Die Hand mit Feuers Hülfe baut,<br>
Hoch auf des Turnovers Controllingstube<br>
Da wird es von uns zeugen laut.<br>
Noch dauern wirds in späten Tagen<br>
Und rühren vieler Menschen Ohr<br>
Und wird mit dem Betrübten klagen<br>
Und stimmen zu der Andacht Chor<br>
Was unten tief dem Erdensohne<br>
Das wechselnde Verhängnis bringt,<br>
Das schlägt an die metallne Krone,<br>
Die es erbaulich weiterklingt.</p>
<p>&mdash; Friedrich Schiller&rsquo;s Albtraum</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 9 -- Sportprogramm</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-9-sportprogramm/</link>
            <pubDate>Tue, 24 Mar 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-9-sportprogramm/</guid>
            <description>Das heutige Sportprogramm hat mich völlig erschöpft zurück gelassen. Neben dem mehrmaligen Ducken vor Aufgaben, dem Abschmettern von Vorschlägen Anderer, dem bürokratischem Hürdenlauf in der Prozessabwicklung und dem Absolvieren von Marathonsitzungen in Telefonkonferenzen lag die Latte für eine erheiternde Geschichte einfach zu hoch, der Dreisprung in eine Metapher unerfüllt, das Wort ungefochten direkt gespielt. So wird das nichts mit Tokyo!
 P.S.: Ganz Gallien? Ja, ganz Gallien. Die zwei Helden und ihr belagertes Dorf sind heute endgültig Waise geworden.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Das heutige Sportprogramm hat mich völlig erschöpft zurück gelassen. Neben dem
mehrmaligen Ducken vor Aufgaben, dem Abschmettern von Vorschlägen Anderer, dem
bürokratischem Hürdenlauf in der Prozessabwicklung und dem Absolvieren von
Marathonsitzungen in Telefonkonferenzen lag die Latte für eine erheiternde
Geschichte einfach zu hoch, der Dreisprung in eine Metapher unerfüllt, das Wort
ungefochten direkt gespielt. So wird das nichts mit Tokyo!</p>
<hr>
<p>P.S.: Ganz Gallien? Ja, ganz Gallien. Die zwei Helden und ihr belagertes Dorf
sind heute endgültig Waise geworden. Da in Eulogien an Haaren herbeigezogene
Vergleiche üblich sind, hier mein Versuch: Gosciny und Cäsar sind zusammen kaum
älter geworden als Uderzo.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 8 -- Eiseskälte</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-8-eisesk%C3%A4lte/</link>
            <pubDate>Mon, 23 Mar 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-8-eisesk%C3%A4lte/</guid>
            <description>Wer hat diese Kaltfront bestellt? Oder ein Bericht aus dem Rebellenstützpunkt auf Hoth.
Beim morgendlichen Öffnen der Hangartore, um den nächtlich angesammelten Duft der Tauntauns loszuwerden, wurde die Mannschaft des Stützpunkts vom deaktivierten Schild überrascht. Über Nacht scheint es den imperialen Truppen gelungen zu sein, die Hitzegeneratoren (die aus unerfindlichen Gründen abseits des Stützpunkts aufgestellt sind) zu sabotieren. Jedenfalls hat der herein strömende Blizzard die Macht schwer erschüttert und wäre der nicht mehr so ganz junge Padawan wegen fehlender Rasur nicht unähnlich zu einem Wookie, ereilte ihm dasselbe Schicksal wie General Solo und er bliebe als gefrorener Block zurück.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Wer hat diese Kaltfront bestellt? Oder ein Bericht aus dem Rebellenstützpunkt
auf Hoth.</p>
<p>Beim morgendlichen Öffnen der Hangartore, um den nächtlich angesammelten Duft
der Tauntauns loszuwerden, wurde die Mannschaft des Stützpunkts vom
deaktivierten Schild überrascht. Über Nacht scheint es den imperialen Truppen
gelungen zu sein, die Hitzegeneratoren (die aus unerfindlichen Gründen abseits
des Stützpunkts aufgestellt sind) zu sabotieren. Jedenfalls hat der herein
strömende Blizzard die Macht schwer erschüttert und wäre der nicht mehr so ganz
junge Padawan wegen fehlender Rasur nicht unähnlich zu einem Wookie, ereilte ihm
dasselbe Schicksal wie General Solo und er bliebe als gefrorener Block zurück.
Durch blitzschnelles Zurückweichen und Regruppieren in den weiter innen
liegenden Räumlichkeiten der Basis konnte dann eine passende Schutzausrüstung
organisiert werden nach dem Vorkämpfen zur Öffnung  unter angestrengten
Schritten nicht unähnlich zu einem AT-AT Walker konnten die Tore wieder
geschlossen werden.</p>
<p>Möge die Macht mit Euch sein!</p>
<p>&mdash; Admiral Ackbar</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 5 -- Wochenendwanderung</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-5-wochenendwanderung/</link>
            <pubDate>Fri, 20 Mar 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-5-wochenendwanderung/</guid>
            <description>Das Wochenende ist da und der Frühling auch. Daher hat mich die Wanderlust gepackt und ich bereite mich auf eine ausgiebige Tour über die nächsten zwei Tage vor. Der Rucksack steht schon bereit, die Sachen sind hergerichtet und morgen Früh geht es bei Sonnenanbruch los, schließlich möchte ich nicht zu spät mein Lager für die Nacht erreichen. Um nicht vom Weg abzukommen und stets orientiert zu bleiben, habe ich mir auch eine Karte besorgt und heute Abend die Route fixiert, Sicherheit geht vor!</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Das Wochenende ist da und der Frühling auch. Daher hat mich die Wanderlust
gepackt und ich bereite mich auf eine ausgiebige Tour über die nächsten zwei
Tage vor. Der Rucksack steht schon bereit, die Sachen sind hergerichtet und
morgen Früh geht es bei Sonnenanbruch los, schließlich möchte ich nicht zu spät
mein Lager für die Nacht erreichen. Um nicht vom Weg abzukommen und stets
orientiert zu bleiben, habe ich mir auch eine Karte besorgt und heute Abend die
Route fixiert, Sicherheit geht vor! Einige Passagen werden vielleicht etwas
heikel, aber ich vertraue da auf meine Erfahrung und körperliche Fitness. Auf
die Mitnahme von besonderer Sicherheitsausrüstung habe ich zugunsten höherer
Geschwindigkeit werde ich verzichten.</p>
<p>Die Route, falls wer mitmachen will: Start im Vorzimmer, mit Erklimmen der drei
Kleiderhaken, um das Hochplateau der Schränke vorbei, hin zum Wohnzimmer über
den Rücken des Esstischs mit Abstieg über den Sessel auf der kurzen Seite.
Weiter entlang der Steilwand des Bücherregals. Hier ist besondere Vorsicht
geboten, da sich schlecht einsortierte Romane und Fachbücher lösen können. Eine
weitere Schlüsselstelle ist der Hefthaufen neben der Couch. Dafür wird man mit
einer schönen Aussicht auf die Polsterberge der Sitzgarnitur belohnt. Gegen Ende
der Tour geht es ab zum Biwak unter den Tisch. Für den Sonntag ist eine
Sonnenaufgangswanderung zum Schreibtisch geplant. Den Abschluss bildet die
Höhlenbegehung unter der aufgebauschten Bettdecke.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 4 -- Wetterbericht</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-4-wetterbericht/</link>
            <pubDate>Thu, 19 Mar 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-4-wetterbericht/</guid>
            <description>Ich möchte mich für die teilweise unverständliche Sprache der gestrigen Mail entschuldigen, meine Autovervollständigung war nach dem letzten Update auf „Deutsch (Schönbrunn)“ eingestellt.
Und nun zum Wetter: auch morgen werden in den Innenräumen stabile Temperaturen vorherrschen, unterbrochen von vereinzelten Lüftungen. In den Gebieten rund um die Fenster kann es tagsüber durch die Sonneneinstrahlung zu leicht höheren Temperaturen kommen. Durch ungünstige Spiegelungen kann in gewissen Situationen der Bildschirm unleserlich werden, klicken Sie daher bitte vorsichtig!</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Ich möchte mich für die teilweise unverständliche Sprache der gestrigen Mail
entschuldigen, meine Autovervollständigung war nach dem letzten Update auf
„Deutsch (Schönbrunn)“ eingestellt.</p>
<p>Und nun zum Wetter: auch morgen werden in den Innenräumen stabile Temperaturen
vorherrschen, unterbrochen von vereinzelten Lüftungen. In den Gebieten rund um
die Fenster kann es tagsüber durch die Sonneneinstrahlung zu leicht höheren
Temperaturen kommen. Durch ungünstige Spiegelungen kann in gewissen Situationen
der Bildschirm unleserlich werden, klicken Sie daher bitte vorsichtig! In den
Kühlschränken herrschen weiterhin stabile 4 Grad, die Einstrahlungsdauer durch
die Innenbeleuchtung wird mit unter 5 Minuten geschätzt. Unter den Duschen kann
es in der Früh und am Abend zu Niederschlägen kommen, bei Badewannen teilweise
zu hohen Füllständen. Damit verabschiedet sich das Innenwetterteam und wünscht
Ihnen noch einen schönen Abend.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 3 -- Neuer Tagesablauf</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-3-neuer-tagesablauf/</link>
            <pubDate>Wed, 18 Mar 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-3-neuer-tagesablauf/</guid>
            <description>p.t. Publikum,
mir ist es ein exzessives Pläsier, von den heutigen Eskapaden zu exzerpieren. Als intransigenter Ephebe zunächst pastos das Couvert beiseite schiebend aus der Alkove entstiegen und mit einem troglodytischen Trott das Boudoir zwecks Soignierung frequentiert. Das odiöse Phlegma Dank Zubereitung eines potenten Extrakts abgeschüttelt und als Courtier das Tageswerk effektuiert. Ostentativ in funebrer Kadenz zwischen Chaise longue und Étagere ambuliert und über Antinomien und Ampibolien agoniert. Indisponiert durch Defatigation pönitent zur Basis retourniert und probiere den Anankasmus im Delirium zu ertränken.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>p.t. Publikum,</p>
<p>mir ist es ein exzessives Pläsier, von den heutigen Eskapaden zu exzerpieren.
Als intransigenter Ephebe zunächst pastos das Couvert beiseite schiebend aus der
Alkove entstiegen und mit einem troglodytischen Trott das Boudoir zwecks
Soignierung frequentiert. Das odiöse Phlegma Dank Zubereitung eines potenten
Extrakts abgeschüttelt und als Courtier das Tageswerk effektuiert. Ostentativ in
funebrer Kadenz zwischen Chaise longue und Étagere ambuliert und über Antinomien
und Ampibolien agoniert. Indisponiert durch Defatigation pönitent zur Basis
retourniert und probiere den Anankasmus im Delirium zu ertränken. Supponiere der
Rezipientenschaft ergeht es synonym.</p>
<p>Und wie verlief Euer Tag so?</p>
<p>Mit exaltierten Grüßen,
Der letzte Merowinger</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 2 -- Einrichten im Home Office</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-2-einrichten-im-home-office/</link>
            <pubDate>Tue, 17 Mar 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-2-einrichten-im-home-office/</guid>
            <description>Heute zuerst eine Trivia, ausgegraben von Daniel, dass die Schutzpatronin vor Seuchen die Hl. Corona ist. [1]
Und um ein wenig aus dem Projekt zu berichten, war ich mir bei den Calls heute nicht ganz sicher, ob ich per Jabber an der Telefonkonferenz teilgenommen habe, oder eine Direktleitung zu Jabba the Hutt geschaltet habe. Dazu ein Oldie [2].
In den internationalen Nachrichten steht, dass LVMH auf die Produktion von Desinfektionsmitteln umschwenkt.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Heute zuerst eine Trivia, ausgegraben von Daniel, dass die Schutzpatronin vor
Seuchen die Hl. Corona ist. <a href="https://www.katholisch.at/aktuelles/129144/lexikon-heilige-corona-ist-patronin-gegen-seuchen">[1]</a></p>
<p>Und um ein wenig aus dem Projekt zu berichten, war ich mir bei den Calls heute
nicht ganz sicher, ob ich per Jabber an der Telefonkonferenz teilgenommen habe,
oder eine Direktleitung zu Jabba the Hutt geschaltet habe. Dazu ein Oldie
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=DYu_bGbZiiQ">[2]</a>.</p>
<p>In den internationalen Nachrichten steht, dass LVMH auf die Produktion von
Desinfektionsmitteln umschwenkt. Hoffentlich in genauso stylischen Flaschen wie
ein Hennessy <a href="https://in.reuters.com/article/health-coronavirus-lvmh-idINKBN2120YO">[3]</a>.
In Österreich können wir nur Stroh Rum anbieten. Den dazu passenden Hobo-Charme
erzeugt ein unrasierter Wiener quasi nebenbei.</p>
<p>Zum Abschluss möchte ich mich für die Fanpost bedanken und bestärken, wie höchst
willkommen Leserbriefe für die Redaktion sind!</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title>Day 1 -- Heimreise</title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-1-heimreise/</link>
            <pubDate>Mon, 16 Mar 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/2020/03/day-1-heimreise/</guid>
            <description>Ich hoffe es geht euch gut und ihr seid heute alle zu Hause geblieben.
Es mag abgedroschen klingen, aber die Gesundheit geht vor, die bekommt man nicht mehr zurück. Die Zeit, die wir jetzt in die Wohnungen eingesperrt werden, bekommen wir zwar auch nicht zurück, aber im großen Ganzen wird das aber nur eine vergleichsweise kurze Episode bleiben, wenn sich möglichst alle daran halten. Und für die meisten von uns ist das nähere Kennenlernen der eigenen Couch, zu der man höchstens eine Wochenendbeziehung pflegt, auch eine neue Erfahrung.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Ich hoffe es geht euch gut und ihr seid heute alle zu Hause geblieben.</p>
<p>Es mag abgedroschen klingen, aber die Gesundheit geht vor, die bekommt man nicht
mehr zurück. Die Zeit, die wir jetzt in die Wohnungen eingesperrt werden,
bekommen wir zwar auch nicht zurück, aber im großen Ganzen wird das aber nur
eine vergleichsweise kurze Episode bleiben, wenn sich möglichst alle daran
halten. Und für die meisten von uns ist das nähere Kennenlernen der eigenen
Couch, zu der man höchstens eine Wochenendbeziehung pflegt, auch eine neue
Erfahrung. Und mit haltbaren und abgepackten Lebensmitteln kennt sich unsereins
auch sehr gut aus. Bei Entzugserscheinungen einfach einen nicht gepolsterten
Sessel ganz nahe an die Wand schieben (bis die Knie anstoßen) und dann am Schoß
eine Konserve essen. Ist fast wie fliegen!</p>
<p>Falls ihr von zu Hause arbeiten könnt, vergesst nicht, genug Pausen zu machen.
Auch wenn keine Kollegen da sind, die einen von der Arbeit abhalten. Zur
Simulation von Meetings kann man unter der Dusche nicht nur singen, sondern auch
den Projektstatus vortragen. Mit dem Bücherregal reden ist kein Zeichen von
Lagerkoller, sondern erst, wenn es antwortet.</p>
]]></content>
        </item>
        
        <item>
            <title></title>
            <link>https://www.aporem.net/de/posts/1/01/</link>
            <pubDate>Mon, 01 Jan 0001 00:00:00 +0000</pubDate>
            
            <guid>https://www.aporem.net/de/posts/1/01/</guid>
            <description>Konzentrierte Arbeit erfordert eine konzentrierte Atmosphäre. Das ist nicht bloß ein Bonmot, es sollte auch eine Leitlinie in der Ausstattung der Räumlichkeiten sein, in denen man selbst arbeitet. Von der Stille des Lesesaals einer Bibliothek zum inspirierenden Trubel eines Cafés in der Innenstadt soll die Umgebung dazu herangezogen werden, die eigene Arbeit zu beflügeln.
Nun bin ich nach einiger Zeit am selben Ort unruhig geworden und befinde mich auf der Suche nach einem neuen Platz, meine Arbeit optimal unterstützen zu können.</description>
            <content type="html"><![CDATA[<p>Konzentrierte Arbeit erfordert eine konzentrierte Atmosphäre. Das ist nicht bloß
ein Bonmot, es sollte auch eine Leitlinie in der Ausstattung der Räumlichkeiten
sein, in denen man selbst arbeitet. Von der Stille des Lesesaals einer
Bibliothek zum inspirierenden Trubel eines Cafés in der Innenstadt soll die
Umgebung dazu herangezogen werden, die eigene Arbeit zu beflügeln.</p>
<p>Nun bin ich nach einiger Zeit am selben Ort unruhig geworden und befinde mich
auf der Suche nach einem neuen Platz, meine Arbeit optimal unterstützen zu
können. Aber wonach soll ich vorgehen, bei all den verschiedenen Möglichkeiten,
die einem von Maklern, Innenarchitekten oder den Anbietern prestigeträchtigen
Mobiliars herangetragen werden?</p>
<p>Soll es die kühle Moderne werden mit viel Glas, einer Aussicht, die einem die
gefühlte Dominanz über die Stadt auf der einen Seite und die Nähe zur Natur auf
der anderen Seite bietet? Selbstverständlich hat das seine Vorteile. Die
Installationen sind auf dem neuesten Stand, das Raumklima auf ein Zehntelgrad
genau einstellbar und die Ablenkungen durch ein monochromes Design minimal.
Jedoch hat das seine Tücken. Die Lüftung pumpt meist nur den verbrauchten Atem
von der einen Ecke des Stockwerks in die andere. Versucht man, dieses
olfaktorische Übel zu beheben, lässt der unweigerliche Luftzug höherer Etagen
kleine Wirbelstürme von Zetteln entstehen, die nur dann lustig zu beobachten
sind, wenn es nicht die eigenen sind. Durch die Vollverglasung der Wände sieht
man fast immer nur das eigene Spiegelbild, statt den Inhalt des Bildschirms.
Oder man fährt die Außenjalousien herunter und hat damit soviel Aussicht wie
der Sportwagen in der Tiefgarage. Und sollte es mal sonnig und windig sein, wird
man Zeuge des technischen Pas de deux zwischen Wind- und Sonnensensor oder zum
unfreiwilligen Solarastronomen inklusive Zentralskotom. Eine Pilotenbrille
sollte deshalb immer griffbereit liegen.</p>
<p>Wenn nicht modern, dann klassisch. Holzkassettendecken, schwere Vorhänge und
ein Schreibtisch dessen Ausmaße die Erdkrümmung erfahrbar machen.
Selbstverständlich ist das eigene Büro mit Guéridon, Chaise Lounge und einem
Cabinet mit mehr Geheimnissen als der Nachrichtendienst eines mitteleuropäischen
Staates ausgestattet. Aber Repräsentation bedarf eines Publikums. Zu schnell
wird man selbst blind für die Finesse des Eigenen. Darüber hinaus macht das nur
Sinn, wenn man auch seine Gewohnheiten dazu anpasst. So zum Beispiel hoch zu
Ross oder per Oldtimer, vorzugsweise mit Chauffeur, anreist und täglich fünf Mal
die Garderobe wechselt. Leider kommen die meisten Garagen heutzutage ohne Koppel
daher und auch der Schrankraum ohne Butler. Zeremonie braucht als Schauspiel
eben auch Statisten. Für einen Solipsisten sind das dann doch zu viele Menschen.</p>
<p>Es gibt noch unzählige weitere Möglichkeiten, seinen Arbeitsplatz zu gestalten.
Viele dieser Ideen sind jedoch nur halb funktionale Designideen eines
Architekturstudenten, die man niemanden antun sollte, außer den Schöpfer selbst.
Mehr aus Sadismus als zu Lernzwecken. Der andere Teil der Konzepte hat etwas
unbestreitbar Infantiles. Bei Rutschen zwischen den Stockwerken,
Sitzgelegenheiten aus Bohnensäcken kommt eher der Spieltrieb zur Geltung als der
Gratifikationsaufschub, also der herbeigesehnte Genius loci.</p>
<p>Bleibt also nur die Flucht in die nomadische Arbeitsform.</p>
]]></content>
        </item>
        
    </channel>
</rss>
